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V.l: Hans Eschenmoser, Andras Guhl, Roland Eberle, Christine Steiger und Toni Kappeler.
1/1 Bild: wn V.l: Hans Eschenmoser, Andras Guhl, Roland Eberle, Christine Steiger und Toni Kappeler.
28.02.2019 13:42

Thurkorrektur: Hier müssen alle am gleichen Strick ziehen

Die IG Thur lud zu einem von Ständerat Roland Eberle moderierten Podium im Thurgauerhof ein. Nach zwei Stunden waren sich Gegner und Befürworter des Hochwasserschutzprojektes Weinfelden-Bürglen einig: Wir kommen nur weiter, wenn wir uns ins gleiche Boot setzen.

Weinfelden Die Ausgangslage ist bekannt: Seit 2004 plant der Kanton, Weinfelden vor einer Überflutung der Thur besser zu schützen. Zu diesem Zweck legte Regierungsrätin Carmen Haag vor bald fünf Jahren das redimensionierte Hochwasserschutzprojekt Weinfelden-Bürglen vor. Das Verwaltungsgericht stoppte das Projekt. Zuerst müssen die betroffenen Gemeinden den Gewässerraum festlegen.

Verschiedene Interessen einbeziehen

«Es ist nicht einfach, gegen ein vom Regierungsrat beschlossenes Projekt Widerstand zu leisten, aber unsere Initiative ist gültig», begrüsst IG Thur-Präsident Heiri Frei die rund 100 Anwesenden. Koordinator Jörg Rechsteiner lässt die langjährige Entwicklung des Projekts Revue passieren und Hans Bieri, Schweizerische Vereinigung Industrie und Landwirtschaft, nennt seine Ziele und Annahmen. Diese basieren auf der Verstärkung der bestehenden Dämme, einer ökologischen Aufwertung des Thurabschnittes Weinfelden-Bürglen und einer Minimierung des Verlustes an landwirtschaftlicher Nutzfläche. «Wir fordern aber auch die Minimierung der Bau- und Unterhaltskosten und angemessene Abschnitte für Erholungszonen». Regierungsrätin Carmen Haag weist darauf hin, dass der Grosse Rat am 3. Dezember 2014 mit 99:9 Stimmen dem Objektkredit für das Vorhaben Thurkorrektion und das Hochwasserschutzprojekt Weinfelden Bürglen in der Höhe von 27 780 000 Franken zugestimmt hat. Gemäss Haag will der Kanton die heutigen Dämme als Fixpunkte bewahren, das Hochwasser schadlos ableiten und die Sohlenlage zur Sicherung des Grundwassers stabilisieren. Weiter verfolgt man die ökologische Aufwertung gemäss Bundesgesetz, die Sicherungsmassnahmen mit Beobachtungs- und Interventionslinien und den Einbezug der verschiedenen Interessen. Carmen erinnert an das Thurgauerlied «sich windend durchfliesst…» und daran, dass nach der lang zurückliegenden Begradigung in den Jahren 1965, 1977 und 1978 die Thur über die Ufer trat und grosse Überschwemmungen verursachte.

Werner Lenzin