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Gemeinderat Hans Eschenmoser und Gemeindeschreiber Reto Marty präsentieren das Ortsbuskonzept.
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Gemeinderat Hans Eschenmoser und Gemeindeschreiber Reto Marty präsentieren das Ortsbuskonzept.
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06.12.2018 06:00

Stimmvolk soll über Ortsbus entscheiden

Heute Abend wird dem Parlament das überarbeitete Konzept für einen Ortsbus unterbreitet. Voraussichtlich Mitte 2019 wird das Stimmvolk über eine allfällige Versuchsphase entscheiden.

Weinfelden Am 15. September 2016 hat sich das Gemeindeparlament Weinfelden im Rahmen einer Konsultativabstimmung mehrheitlich für die Weiterverfolgung des Projekts Ortsbus ausgesprochen. Allerdings bezeichnete die Mehrheit der Mitglieder des Gemeindeparlaments das Angebot im damals ausgearbeiteten Konzept für nicht ausreichend. In der Folge hat der Gemeinderat eine erweiterte Arbeitsgruppe eingesetzt und erteilte dieser und dem Büro Widmer AG den Auftrag, ein Konzept mit einem umfassenden ÖV-Angebot zu erarbeiten. Dieses liegt nun als Ortsbuskonzepts 2018 vor und das Gemeindeparlament berät das Konzept an seiner Sitzung von heute Abend.

Gemeinderat empfiehlt Ablehnung

«Das vorliegende Projekt ist eine optimale und benutzerfreundliche Kompromiss-lösung die ihren Preis hat», erklärt der zuständige Gemeinderat und Ressortleiter Hans Eschenmoser. Er ist überzeugt davon, dass die kompakte geografische Lage Weinfeldens es erlaubt, etliche Distanzen zu Fuss oder mit dem Velo zurückzulegen. Gemeindeschreiber Reto Marty hebt hervor, dass ab dem 9. Dezember 2018 mit dem neuen Fahrplan täglich 280 Zugsabfahrten und 104 Postautoabfahrten erfolgen werden. Für diese Dienstleistung liefert die Gemeinde Weinfelden dem Kanton einen Kostenbeitrag von 1.2 Millionen Franken ab. Für die fünfjährige Versuchsphase rechnet der Gemeinderat mit Kosten von einer Million Franken jährlich. «Der Bus wäre auf drei Linien unterwegs und der Bedarf ist ungewiss», erklärt der Gemeindeschreiber. Für den Gemeinderat stimmt bei dem vorliegenden Konzept und beim Kredit zur Durchführung der Versuchsphase von fünf Jahren das Kosten-Nutzenverhältnis nicht. Laut Marty empfiehlt der Gemeinderat dem Stimmvolk deshalb die Ablehnung des Kredits.

Postauto zu Spitex und Coop

«Mit dem neuen Postautofahrplan gibt es per Fahrplanwechsel für ältere und nicht mehr so mobile Menschen ein neues Angebot», stellt Eschenmoser in Aussicht. Ab diesem Zeitpunkt wird es möglich, über die Dunant- und Deucherstrasse zum Hauptsitz der Spitex Mittelthurgau und zum Coop zu gelangen. Er und Marty zeigen sich überzeugt davon, dass die Arbeitsgruppe ein sehr gutes Projekt mit einer optimalen Linienführung vorlegt. Und mit welchen Kosten hätten die Einwohner Weinfeldens für eine beliebig lange Fahrt zu rechnen? Ein Einzel-Billett würde 3.20 Franken und ein Jahresabonnement (inkl. Postauto in der Zone 924) 620 Franken kosten. Geplant ist ein Gemeinderabatt von 30 Prozent auf ein Jahresabonnement, welches somit netto 435 Franken kosten würde.

Diesel- oder Elektroantrieb

Laut Eschenmoser und Marty ist es schwierig, die Kosten für den Betrieb von Elektrobussen zu kalkulieren, zumal wenig Erfahrungswerte und Vergleichszahlen vorliegen. Zudem spielt bei der Berechnung der effektiven Kosten auch das Streckenprofil eine massgebende Rolle. Realität ist, dass gemäss aktuellem Stand der Technik kein Elektrobus in der Lage ist, die rund 200 Kilometer, welche pro Tag für die Abdeckung einer Linie des Ortsbusnetzes notwendig sind, ohne Zwischenladung abzudecken. Gerechnet wird mit Kosten für diese fünfjährige Versuchsphase für einen Dieselantrieb (5 314 000 Franken) und für einen Dieselantrieb (7 314 000 Franken). Der Gemeinderat beantragt dem Parlament, die Antriebsart für die Durchführung der Versuchsphase festzulegen und eine Empfehlung zuhanden der Volksabstimmung über den Kredit für die Durchführung der Versuchsphase eines Ortsbusses abzugeben.

Werner Lenzin