Bild: z.V.g.
Das Atelier in der Remise.
1/2 Bild: z.V.g. Das Atelier in der Remise.
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Eines der Kunstwerke von Esther Huser.
2/2 Bild: z.V.g. Eines der Kunstwerke von Esther Huser.
04.06.2019 09:58

Offene Tür in der Remise am Wyfelder Fritig

Alljährlich wird die Remise in Weinfelden mit ihrem stimmungsvollen Ambiente Schauplatz für Kunst, die in den Räumen vor Ort über einen längeren Zeitraum entwickelt wird. Esther Huser ist zu Gast und seit April in der Remise am Arbeiten. Am Wyfelder Fritig ist die Remisentür weit geöffnet – beste Gelegenheit einen ersten Einblick in das Kunstprojekt zu nehmen.

Weinfelden Die in Weinfelden lebende Künstlerin Esther Huser begeistert als figurative, fotorealistische Malerin. Sie hat sich an internationalen Kunstwettbewerben einen Namen geschaffen und ist mehrfache Preisträgerin, jüngst in diesem Frühjahr in Venedig. Esther Huser ist seit gut drei Jahren Wahl-Weinfelderin. Sie erforscht mit neugierigem Blick, was typisch ist oder anders als anderswo. Ihre Bilder, in Öl gemalt, zeigen auf den ersten Blick Impressionen aus der Natur: Kohlfelder, Wolkenbilder. Die Motive werden aber nicht nur einfach naturgetreu abgemalt. Die Darstellungen sind bisweilen irritierend, denn aufgrund unzähliger Fotos werden Ausschnitte gesucht und als Vorlage zu einem Bild zusammen gefügt. Man ist gefordert zu untersuchen, was scheinbar echt, was neu interpretiert ist oder zu etwas Neuem konstruiert wurde.

Der Aufenthalt von Esther Huser während der Sommermonate in der Remise wird auf weitere Ausdrucksformen und Experimente ausgedehnt. Ausgangspunkt ist „Heimat“, die nähere Umgebung, der Blick auf Besonderheiten und Eigentümliches, auf Unscheinbares oder Augenfälliges, das man oft nicht mehr wahrnimmt, wenn man über längere Zeit an einem Ort wohnt.

Der künstlerische Prozess erfolgt mit Fotorecherchen des Weinfelder Himmels etwa oder von historischen Scheunentoren mit ihren reichen geometrischen, symbolreichen Motiven durch die Anordnung der Bretter und Latten. Nebst der sichtbaren Idylle der Landschaft gilt das Interesse aber auch den aktuellen Zahlen und Fakten in der Landwirtschaft. All diese Erkundigungen führen dann zu bestimmten Interessensgebieten und finden einen künstlerischen Ausdruck – ein Spiel mit Materialien, Verfahren, Formen und Farben und letztlich auch mit Inszenieren.

Wer die Remise betritt sieht in Öl gemalte Weinfelder Wolken, aus Draht geformte und umschichtete Bäume en miniature, Abbilder aus dem Verzeichnis von geschützten Bäumen, dann hat es erste Experimente von Linoldrucken, welche auf die häufigste Hühnersorte, tapetenartig angeordnet, hinweisen. Kurz: die Remise zeigt sich als Atelier, als Ort eines Entstehungsprozesses, dessen Ausgang noch nicht bis ins Detail absehbar ist.

Immer am Wyfelder Fritig stehen die Türen der Remise weit geöffnet, erstmals am nächsten Freitag, 7. Juni 2019 von 18–21 Uhr. Hinweis: Die Remise wird temporär auch zum Kurslokal. Vom 12. Juni bis 10. Juli, jeweils am Mittwoch von 18 bis 21 Uhr leitet Esther Huser Anfängerinnen und Anfänger oder Fortgeschrittene im Malen mit Ölfarbe an. Der Kurs ist kostenlos, die Anzahl Plätze begrenzt. Anmeldungen unter: info@estherhuser.com oder 079 207 82 17.

red