Bild: Werner Lenzin
Sarina Hitz präsentiert ihr Möbel "Helvetica", für das ihr die Jury den ersten Preis zusprach.
1/1 Bild: Werner Lenzin Sarina Hitz präsentiert ihr Möbel "Helvetica", für das ihr die Jury den ersten Preis zusprach.
08.10.2019 08:00

Möbel «Helvetica» ist «ächt schwiizerisch»

Dass die amtierende Team-Europameisterin und Schweizermeisterin Sarina Hitz mit der Kleinkaliberwaffe 50m liegend nicht nur sportlich zuoberst auf dem Podest steht, sondern auch als Schreinerlehrling unter den 26 Teilnehmer des Lehrlingswettbewerbs «Chance 19 - ächt schwiizerisch» den ersten Rang belegt, beweist ihr grosses fachliches Können.

Weinfelden 26 Schreinerlehrlinge begannen mit ihrer Wettbewerbsarbeit im dritten Lehrjahr und haben sie nun im vierten Lehrjahr fertiggestellt. Nach der Beurteilung durch die verschiedenen Fachjurys werden ihre Arbeiten im Rahmen einer Sonderschau an der diesjährigen Wega gezeigt und das Publikum kann bewerten. «Mein Vater besitzt zuhause eine kleine Werkstatt und dort habe ich mit meinem Bruder schon als Mädchen mit grosser Begeisterung gehämmert und gesägt», strahlt die angehende Schreinerin Sarina Hitz. Sie absolviert zurzeit das vierte Lehrjahr bei Meier Schreinerei AG in Weinfelden. Ihr sprach die Fach-Jury des Lehrlingswettbewerbs «ächt schwiizerisch» für ihr Möbel «Helvetica» mit der Form eines grossen Schweizerkreuzes in der Gesamtwertung Schreiner, Schreinermeister und Gestalter, den ersten Preis zu. Für die Planung und die Herstellung benötigte die angehende Schreinerin 50 Arbeitsstunden und sie hält fest: «Unter der Schweizerflagge an internationalen Schiesswettkämpfen zu starten, erfüllt mich mit Stolz und dies soll sich auch in meinem Möbel «Helvetica» widerspiegeln. Unter den Glastablaren bietet sich Platz, die schönsten Medaillen zu präsentieren. Diese sollen sie daran erinnern, wofür sie trainiert. Die Schubladen sind aus heimischem Apfelbaum gefertigt und die Fingerzinken und Laufleisten repräsentieren für sie die Einfachheit der Schweizer Handwerkskunst. «Es muss nicht immer neuer und besser sein, auch Altbewährtes kann überzeugen», erklärt die Wettbewerbsgewinnerin.

Anpacken und durchziehen

Die Vernissage, welche der Popchor der Musikschule Weinfelden unter der Leitung von Samuel Curau mit einer Vielfalt von Musikvorträgen umrahmte, fand in der Aula des Berufsbildungszentrums statt. «Sie haben sich vor einigen Monaten für eine Teilnahme an diesem Wettbewerb entschieden und sich seither mit ihrem Projekt intensiv auseinandergesetzt», begrüsst Daniel Burkhart, Präsident der Berufsbildungskommission, die Anwesenden. «Es zeichnet sie aus, dass sie etwas anpacken und durchziehen und dies hebt sie vom normalen Lehrling ab», meint Burkhart an die Adresse der Wettbewerbsteilnehmer. Dies unterstützt auch Heinz Fehlmann, Präsident Verband Schreiner Thurgau: «Sie haben ihre verschiedenen Ideen realisiert und umgesetzt und damit, unterstützt von ihren Lehrmeistern und Eltern, Mut und Eigeninitiative bewiesen. Auf solch innovative Berufsleute ist die Schreinerbranche - so Fehlmann - angewiesen, dies unter anderem auch um im Wettbewerb mit dem Ausland bestehen zu können.

Die besten Arbeiten

Gemäss Daniel Burkhart haben vier Jurys die Möbel bewertet: Schreiner, Schreinermeister, Gestalter, und Kunden. Vorgegeben war ein Möbelstück «ächt schwiizerisch», mit einer Maximalfläche von 1.2 x 0.8 m und einem Höchstgewicht von 70 Kiloramm. Ursina Bächi-Stricker gab die Gewinner der einzelnen Jurys bekannt: Bewertung Fachjury Schreiner: 1. Rang: Joel Leemann (Top of Switzerland), Herzog Küchen AG, Unterhörstetten; Bewertung Fachjury Schreinermeister: 1. Rang Mathis Pisana (Alpina), Kocherhans AG, Kreuzlingen; Fachjury Gestalter: 1. Rang: Noël Zurbuchen (Mountainview), Schreinerei Fehlmann AG, Müllheim; Fachjury Kunden: 1. Noël Zurbuchen (Mountainview), Schreinerei Fehlmann AG, Müllheim; Gesamtwertung Fachjury: 1. Sarina Hitz (Helvetica) Meier Schreinerei AG, Weinfelden; 2. Noël Zurbuchen (Mountainview), Schreinerei Fehlmann AG, Müllheim; 3. Jonas Bleiker (Rustikal-Design), Erich Keller AG, Sulgen.

Von Werner Lenzin