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Vor dem schweizweit ersten mit flüssigem Biogas gefüllten Lastwagen: Lidl-CEO Gerog Kröll, Ständerat Roland Eberle, der Luzerner Ständerat Damian Müller und Regierungsrat Walter Schönholzer durchschneiden das Band.
1/1 Bild: wl Vor dem schweizweit ersten mit flüssigem Biogas gefüllten Lastwagen: Lidl-CEO Gerog Kröll, Ständerat Roland Eberle, der Luzerner Ständerat Damian Müller und Regierungsrat Walter Schönholzer durchschneiden das Band.
01.07.2019 13:40

Lidl weiht in Weinfelden schweizweit erste Flüssiggas-Tankstelle ein

Lidl Schweiz setzt sich für eine nachhaltige Logistik ein. In diesem Zusammenhang nahm das Unternehmen am vergangenen Freitag an seinem Hauptsitz die beiden schweizweit ersten Flüssiggas-Tankstelle der Schweiz in Betrieb. Lidl verfolgt die Vision, seine Logistik bis im Jahr 2030 fossilfrei zu gestalten.

Weinfelden Unter dem Motto «Hello LNG-Goodby Diesel» will sich Lidl in naher Zukunft vom Dieseltreibstoff verabschieden. In diesem Zusammenhang ist in absoluter Rekordzeit die Infrastruktur in Weinfelden aufgebaut worden, dies im Rahmen einer Pionierleistung. «Lidl gibt nachhaltig Gas und hat bewiesen, was Umsetzungsstärke bedeutet», begrüsst der Moderator die zahlreichen Gäste. «Der Klimawandel zwingt uns zum Handeln und heute ist ein wichtiger Tag, der mich stolz macht», sagt Lidl-CEO Georg Kröll. Er versichert, dass der Detailhändler die Verantwortung gegenüber Jugend und Gesellschaft wahrnehme und die Vision im Fokus habe, das bis 2030 die gesamte Lidl-Logistik fossilfrei unterwegs sein werde. Dabei vertraue man der Politik und den Behörden des Landes.

Biogas als Überraschung

Für eine grosse Überraschung sorgte der Lidl-CEO an diesem heissen Sommertag: Nebst der Eröffnung der schweizweit ersten Flüssiggastankstelle will man zusammen mit der Hochschule für Technik in Rapperswil auch den Einsatz von Bigogas in der Logistik testen. Zur Demonstration stand ein mit Biogas gefüllter Lastwagen bereit. Bis fossilfreie Biogas-Transporte zu betriebswirtschaftlich sinnvollen Kosten unterwegs sein können, steht Lidl allerdings noch ein langer Weg bevor. Aus diesem Grund hat Lidl Schweiz in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Energie, der Hochschule Rapperswil und dem Forschungsfonds der Schweizerischen Gasindustrie ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen, um den Bio-Treibstoff wissenschaftlich fundiert zu analysieren. Regierungsrat Walter Schönholzer freute sich über diese Überraschung. Er hob hervor: «Es braucht einen Eisbrecher, der an ein Ziel glaubt, denn das Pariser Abkommen verlangt eine Reduktion des CO2-Ausstosses bis 2030». Er nannte die Eröffnung als mutiges Handeln zu einer nachhaltigen Mobilität, dies von einem Unternehmen, das auch als Thurgauer Unternehmen bezeichnet werden dürfe.

Verflüssigtes Biogas

«Die Jugend geht auf die Strasse um ihren Sorgen Ausdruck zu verleihen, die Lösungen müssen wir vor Ort suchen, denn die Klimapolitik geht uns alle an», fordert Ständerat Damian Müller, Mitglied der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Ständerates. Für ihn ist auch die Politik massgebend gefordert, dies mit Blick auf die Kosten im Zusammenhang mit der Einfuhr. Markus Friedl von der Hochschule Rapperswil und Elimar Frank informierten darüber, dass LNG ein verflüssigtes Erdgas ist, das über die 600-fache Energiedichte von gasförmigem Erdgas verfügt. Es bietet sehr viele Vorteile und ermöglicht einen vollumfänglichen Ersatz von Diesel. Beim LBG handelt es sich um ein verflüssigtes Biogas, das bei minus 160 Grad aus flüssigem Abfallstoffen gewonnen wird und infolge fehlender Verflüssigungsanlage in der Schweiz importiert werden muss. LNG und LBG verursachen weniger Lärm, einen geringeren Ausstoss von Stickoxyde und 95 Prozent weniger Feinstaub.

Werner Lenzin