Nationalratskandidat Manuel Strupler
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05.09.2019 16:24

«In Bern braucht es mehr Milizpolitiker»

Neben seinem Amt als Thurgauer Kantonsrat ist er als Gartenbauunternehmer, Präsident der SVP Ortspartei Weinfelden und in verschiedenen Verbänden und Vereinen aktiv. Jetzt will Manuel Strupler in den Nationalrat. Im Interview berichtet er von seinen Ambitionen und seinen Zielen.

Herr Strupler, wann und wie kamen Sie einst zur Politik?

Meine ersten Berührungspunkte mit der Politik hatte ich schon in der frühen Jugend und zwar am Mittagstisch. Mein Vater ist schon seit vielen Jahren politisch aktiv und so wird bis heute am Mittagstisch eifrig und manchmal auch hitzig debattiert. Ich selbst bin seit 2011 aktiv in der Politik, damals wurde ich für die SVP ins Weinfelder Parlament gewählt. Seit 2013 präsidiere ich die Ortspartei und führe dieses Amt mit Freude aus. 2016 wurde ich in den Kantonsrat gewählt und setze mich auch dort engagiert ein.

Sie haben sich schon früh, ein Jahr nach Ihrem Lehrabschluss, als Gartenbauer selbstständig gemacht und sind bis heute erfolgreich. Ihr Erfolgsrezept?

Herzblut, Ehrgeiz und Unternehmertum sind für mich die wichtigsten Faktoren. Ich bin mit ganzem Herzen Gärtner und Unternehmer, packe sehr gerne an, rechne und verhandle gerne und vor allem freue ich mich mit meinen Mitarbeitern und Kunden zusammenzuarbeiten, etwas zu erreichen und Schönes zu gestalten. Ich glaube dies trägt dazu bei, dass ich schon seit bald 20 Jahren erfolgreich selbstständig tätig sein kann.

Bekannt wurden Sie aber auch als Schwinger und Ringer. Hilft Ihnen Ihr sportlicher Ehrgeiz und Kampfwille auch politische Themen durchzuboxen beziehungsweise «durchzuschwingen»?

Der Sport hat mich gelehrt, dass es sich lohnt, für etwas zu kämpfen und für den Erfolg zu arbeiten. Noch wichtiger aber hat er mich gelehrt, auch Niederlagen einstecken zu können und mit «Gegnern» oder Mitstreitern respektvoll umzugehen. Auch wenn Schwingen ein Einzelsport ist, so kann man nur gemeinsam erfolgreich sein und der Teamgedanke wird gross geschrieben. Auch dies konnte ich auf meine politische Arbeit übertragen.

Neben Ihrem Amt als Thurgauer Kantonsrat sind Sie als Gartenbauunternehmer, Präsident der SVP Ortspartei und in verschiedenen Verbänden und Vereinen aktiv. Bleibt da überhaupt noch Zeit, um in Bern zu politisieren?

Ja auf jeden Fall, sonst würde ich mich nicht für eine Kandidatur zur Verfügung stellen. Es ist zwar nicht so, dass ich extrem viel freie Kapazitäten habe, ich würde aber dafür in anderen Ämtern kürzertreten. Aber jetzt warten wir mal zuerst den 20. Oktober ab. Ich habe mich im Leben noch immer erfolgreich an neue Situationen angepasst, ich bin sicher, das würde auch hier klappen.

Was läuft auf nationaler Ebene falsch in der derzeitigen Politik?

Ich bin der Meinung, wir und damit meine ich uns alle, müssen wieder mehr Eigenverantwortung übernehmen. Ich finde auch, es braucht in Bern mehr Milizpolitiker, die wissen, wie der Franken verdient wird und nicht nur, wie man ihn ausgibt. Auch finde ich, die Staatsbürokratie wird immer mehrausgedehnt, dem müssen wir unbedingt entgegenwirken. Zudem brauchen wir wieder vermehrt eine klare aber lösungsorientierte Politik, dafür stehe ich ein.

Ihr Wahlslogan lautet «Manuel Strupler – packt an, steht ein». Wo packen Sie als Nationalrat an und wofür stehen Sie ein?

Es gibt verschiedene Themen, bei denen ich gerne auch national anpacken würde. So ist mir als Gewerbler und Landwirt unser duales Bildungssystem wichtig. Und auch möchte ich gerne mit anpacken, dass gerade in diesen beiden Bereichen die unternehmerischen Freiheiten nicht durch immer mehr Staatsbürokratie eingeschränkt werden. Auch die Sicherung unserer AHV und Pensionskasse liegt mir sehr am Herzen. Hier braucht es dringend Lösungen, damit die Rentner, aber auch zukünftige Generationen noch davon profitieren können. Und auch für unsere Werte würde ich voll einstehen, es darf nicht sein, dass wir uns immer überall anpassen und nachgeben. Es lohnt sich, für das zu kämpfen, was die Schweiz gross und stark gemacht hat. Und da gehören für mich nicht nur unsere Traditionen, sondern auch unsere christlichen Grundwerte dazu.

Selten gab es so viele Kandidatinnen und Kandidaten für die Nationalratswahlen. Die Konkurrenz ist gross. Welche neuen Zukunftsziele verfolgen Sie, wenn es als Nationalrat nicht klappen sollte?

Ich werde mich natürlich weiterhin mit vollem Einsatz auf verschiedenen Stufen politisch im Kanton einsetzen. Und wer mich kennt, weiss, dass ich als Unternehmer und Vereinsmensch immer einige Projekte und Ideen habe, die ich noch weiterverfolgen möchte. Und auch auf dem Hof Zuhause könnte man noch einiges anpacken. Die Ideen werden mir bestimmt nicht ausgehen. Jetzt konzentriere ich mich aber zuerst auf den Wahlkampf.

Die Fragen stellte: Angelina Rabener