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Stadtrat Hans Eschenmoser und Martin Müller, Präsident der Grünen Weinfelden, erläutern vor dem Bahnhof Weinfelden ihre Argumente.
1/1 Bild: wl Stadtrat Hans Eschenmoser und Martin Müller, Präsident der Grünen Weinfelden, erläutern vor dem Bahnhof Weinfelden ihre Argumente.
06.06.2019 14:39

Grüne und Stadtrat zum Weinfelder Bahnhofprojekt West

Anfang April stellte die Stadt Weinfelden das «Projekt Bahnhof Nordwest» der Öffentlichkeit vor. Bis Ende April bot sich die Möglichkeit, Stellung zu nehmen. Stadtrat Hans Eschenmoser und Martin Müller, Mitglied des Präsidiums Grüne Weinfelden, trafen sich vor Ort, um die Stellungnahme der Grünen zu erläutern.

Weinfelden Auf der Lager-, Bahnhof- und Freiestrasse fahren täglich rund 10 000 Autos und im Bahnhof Weinfelden steigen ca. 17 000 Personen täglich um. Für Martin Müller und seine Partei bevorzugt das vorliegende Projekt den durchgehenden Autoverkehr auf der Lager- und Bahnhofstrasse und benachteiligt dabei die Fussgänger und Velofahrer. «Dem ist nicht so, denn es handelt sich um ein Abwägen zwischen allen Verkehrsteilnehmern und es ist unser Ziel, die Situation für Fussgänger und Velofahrer zu verbessern», erklärt Stadtrat Hans Eschenmoser. Müller dagegen glaubt, dass dies mit den vorgeschlagenen Massnahmen nicht möglich ist. Für beide ist klar: Einen kleinen Bahnhofplatz wird es auch in Zukunft geben und beide sind sich bewusst, dass Leute ohne eigentliche Reiseabsichten auch in Zukunft negativ auffallen werden, insbesondere zu den abendlichen Stosszeiten.

Fahrverbot zwischen Ringstrasse und Post?

Eschenmoser und Müller sind sich einig, dass das Verhalten der Leute ohne Reiseabsichten für Bahnhofbenützer störend und unangenehm ist, und nicht für das gewünschte Image in Weinfelden sorgt. Gemäss Müller sollte diese Personengruppe einen zentralen Platz erhalten. Wie sieht es aus für die Fahrradfahrer, die weiterhin über die Busspur zu den Veloplätzen gelangen? Für Eschenmoser könnte das nicht optimaler sein. «Die Idee der Grünen, den Platz um drei Meter zu verbreitern wird geprüft, denn die Sicherheit der Velofahrer ist uns wichtig», sagt er. Die Frage, ob mit einem Fahrverbot für Privatautos zwischen Ringstrasse und Post die Sicherheit deutlich verbessert werden könnte, bestätigt Eschenmoser zwar; sei aber nicht machbar. Für ihn wäre eine totale Schliessung und das Stoppen eines nicht messbaren Durchgangsverkehrs eine einschneidende Veränderung. Zwar wäre, so Eschenmoser, eine Schliessung positiv für den Bahnhof und dessen Benutzer, doch diese könne nicht nur über die Storchen- und Herrmannstrasse erledigt werden. Eschenmoser erwartet diesbezüglich von allen, die vom Mehrverkehr und Parkplatzproblemen betroffen wären, einen massiven Widerstand. Er sieht die Totalschliesssung als Vision, dies mit einem Zeithorizont für die Jahre 2040 bis 2060. In einigen Punkten sind sich Stadtrat und die Grünen einig: Ein Fahrverbot für die LKW’s und eine autofreie Zone brächte einen guten Zugang zur Innenstadt. Vorteilhaft wäre das von den Grünen vorgeschlagene Stoppen des Autodurchgangsverkehrs auf der Lagerstrasse-Bahnhofstrasse und die Verlegung auf die Dufour-Deucherstrasse.

Vorteile einer autofreien Zone

Der Präsident der Grünen Weinfelden ist nicht nur der Meinung, dass die Massnahmen wie z.B. eine kleine Rampe und eine eingefärbte Strasse zu wenig weit gehen, er befürchtet, dass diese keine Wirkung für die Fussgänger haben. «Wer sich getraut, geht über die Strasse. Kinder und ängstlichere Fussgänger gehen erst, wenn keine Autos in Sicht sind», sagt Martin Müller. Ein vergleichbares Beispiel ist für ihn der Kreisel im Westen von Weinfelden. Durch die ovale Form des Kreisels sollte für LKWs die Durchfahrt erschwert werden. «Es fahren jedoch nicht weniger Lastwagen durch das Zentrum. Das ist zwar gut gemeint, aber die LKW-Fahrer halten sich nicht daran», meint Müller. Hans Eschenmosers Antwort darauf: «Dieser Bereich wird mit je einem Fussgängerstreifen am Anfang und am Ende begrenzt. Hier ist also ein sicheres Überqueren der Strasse möglich».

Werner Lenzin