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Junge Zimmerleute richteten bei der Abschlussfeier einen kleinen Dachstock aus Tannenholz auf der grossen "Thurgauerhof"-Bühne auf.
1/5 Bild: z.V.g. Junge Zimmerleute richteten bei der Abschlussfeier einen kleinen Dachstock aus Tannenholz auf der grossen "Thurgauerhof"-Bühne auf.
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Einzige Frau unter 42 Männern: Zimmerin Tanja Imhof (20) aus Bichelsee-Balterswil.
2/5 Bild: z.V.g. Einzige Frau unter 42 Männern: Zimmerin Tanja Imhof (20) aus Bichelsee-Balterswil.
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Regierungsrätin Monika Knill wünschte den Zimmerleuten viele weitere wertvolle Jahresringe für ihren "Lebenstraum".
3/5 Bild: z.V.g. Regierungsrätin Monika Knill wünschte den Zimmerleuten viele weitere wertvolle Jahresringe für ihren "Lebenstraum".
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34 Zimmermänner/Zimmerin EFZ und neun Holzbearbeiter EBA durften sich im Hotel und Kongresszentrum "Thurgauerhof" in Weinfelden am 5. Juli feiern lassen.
4/5 Bild: z.V.g. 34 Zimmermänner/Zimmerin EFZ und neun Holzbearbeiter EBA durften sich im Hotel und Kongresszentrum "Thurgauerhof" in Weinfelden am 5. Juli feiern lassen.
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Die besten Thurgauer Zimmerleute 2019 (v.l.): Adrian Zeller, Elia Baumann, Fabian Josef, Gabriel Neff, Manuel Hofer und Sandro Schneider, flankiert von Verbandspräsident Roman Vollenweider (l.) und Chefprüfungsexperte Rolf Reubi.
5/5 Bild: z.V.g. Die besten Thurgauer Zimmerleute 2019 (v.l.): Adrian Zeller, Elia Baumann, Fabian Josef, Gabriel Neff, Manuel Hofer und Sandro Schneider, flankiert von Verbandspräsident Roman Vollenweider (l.) und Chefprüfungsexperte Rolf Reubi.
08.07.2019 13:36

Eine Frau unter 42 Zimmermännern

42 junge Männer und eine einzige Frau haben ihre Lehrzeit als Zimmermann/Zimmerin EFZ oder als Holzbearbeiter EBA erfolgreich abgeschlossen. Am 5. Juli fand zu ihren Ehren im Kongresszentrum Thurgauerhof in Weinfelden die QV-Feier statt.

Weinfelden Gehaltvolle Gratulationsreden, der Zauberer Captain Green, eine Richtfestdarbietung mit Gesang sowie ein festliches Abendessen standen im Zentrum der von 200 Personen besuchten QV-Abschlussfeier von Holzbau Schweiz Sektion Thurgau. «Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir!» Im Kanton Thurgau beherzigten 43 Holzfachleute diesen klugen Ratschlag des römischen Philosophen Seneca. Als Belohnung durften sie ihre eidgenössischen Fähigkeitsausweise entgegennehmen und die sechs Notenbesten dazu noch das begehrte Diplom. Erfreulicherweise scheiterte dieses Jahr kein einziger der Geprüften an der anspruchsvollen Lehrabschlussprüfung.

Handwerk mit goldenem Boden

Wer kennt ihn nicht, den Spruch vom «Handwerk mit dem goldenen Boden». In Bezug auf die Holzbranche stimmt er absolut, auch wenn natürlich Lehrjahre keine Herrenjahre sind. «Es braucht Ausdauer, Fleiss, Verzicht auf Freizeit und Aufopferung während der Lehrzeit», stellte Roman Vollenweider an der QV-Abschlussfeier fest. Der Präsident des Thurgauer Holzbauverbandes zog insgesamt eine positive Bilanz für die «hölzige» Branche: «Die Konjunkturlage präsentiert sich für uns erfreulich gut. Vom gesamten Bauvolumen in der Schweiz beträgt der Holzbauanteil gegenwärtig 14 bis 15 Prozent. Zimmerleute haben Arbeit und wir sind bestens gewappnet, den hohen Ansprüchen des Marktes gerecht zu werden.»

«Die modernsten Pfahlbauer»

In ihrem Grusswort bezeichnete Regierungsrätin Monika Knill, Vorsteherin des Departements für Erziehung und Kultur, die Zimmerleute als «modernste Pfahlbauer des 21. Jahrhunderts». Beeindruckt zeigte sie sich auch von der 70 Seiten umfassenden Bildungsverordnung, die all die fachlichen und sozialen Kompetenzen für diesen Beruf festhält. Sie wünschte den Diplomierten, dass sie ihrem «Lebensbaum» neue und wertvolle Jahresringe zufügen können. «Lebenslanges Lernen tönt etwas abgedroschen, aber es gehört gerade heute unweigerlich zu unserer Zeit. Geniessen Sie Ihren erfolgreichen Lehrabschluss, aber denken Sie schon bald einmal über ihre Weiterbildung nach», appellierte Sergio De Baptistis, Prorektor des Gewerblichen Bildungszentrums Weinfelden (GBW) in seiner Rede. Handwerker und Fachkräfte seien in der Schweiz Mangelware. «Sie werden also von der Wirtschaft und dem Gewerbe mit offenen Armen erwartet. Bleiben Sie mutig, offen und neugierig.»

Zimmermannslied zum Abschluss

Einen Höhepunkt des feierlichen Abends boten einige der «Frischlinge». Sie richteten einen Dachstock aus Tannenholz auf der Bühne auf und stellten Zunftbrüche und «Zimmermannsklatsch» anhand eines Richtfestes nach. Mit Inbrunst sangen sie zum würdigen Abschluss ihrer mit grossem Applaus bedachten Darbietung das alte Zimmermannslied «Aufgeschaut»: «Früh morgens um halb sechs stehn wir auf und steigen aufs Gerüst hinauf. Darum aufgeschaut, he fest Gerüst gebaut, he und auf seinen Kamerad vertraut! Holz her!»

red