Bild: z.V.g.
Schreibbeispiel mit Lehrerkommentar.
1/2 Bild: z.V.g. Schreibbeispiel mit Lehrerkommentar.
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Dr. Carl Bossard hielt einen Vortrag über die Bedeutung und Vermittlung des korrekten Schreibens.
2/2 Bild: z.V.g. Dr. Carl Bossard hielt einen Vortrag über die Bedeutung und Vermittlung des korrekten Schreibens.
19.06.2019 10:53

Die Sprache ist das Tor zur Welt

Auf Einladung des Komitees „Eltern für eine gute Volksschule“ hielt Dr. Carl Bossard am Samstag, den 15. Juni, in Weinfelden einen Vortrag über die Bedeutung und Vermittlung des korrekten Schreibens. Mit über 60 Zuhörern fand ein reger Austausch über dieses Thema statt.

Weinfelden Herr Bossard – Gründungsrektor der PH Zug - erläuterte als Pädagoge mit einem ungeheuer reichen Schatz an Erfahrung, das Dreieck Welt/Kind/Lehrer. Nach dem heutigen Konzept des autonomen, selbstorganisierten Lernens wird der Lehrer jedoch als Vermittler zwischen Kind und Welt immer weiter hinausgedrängt. Das Ergebnis: Die Kinder müssen die „Verantwortung“ für ihr Lernen oder genauer die „Schuld“ für ihr „Nicht-Können“ übernehmen. Eltern, die dies erkennen, übernehmen zu Hause die Aufgabe des Lehrers und bemühen sich stundenlang ihren Kindern bei den Hausaufgaben zu helfen und mit ihnen zu üben.

Das Schreiben nach Gehör, das freie Fabulieren, nach dem Kinder ab der 1. Klasse Sätze und Texte verfassen, ohne zu wissen, wie man die nötigen Wörter schreibt, ohne Korrektur durch den Lehrer, liegt im Grundsatz auch den drei im Kanton Thurgau obligatorischen Lehrmitteln zum Schreiberwerb zu Grunde.

„Jedes Kind will und kann richtig schreiben lernen“

Wie ein sorgfältiger Rechtschreibunterricht aufgebaut sein muss, wurde von einer erfahrenen Primarlehrerin eindrücklich dargelegt. Der Rechtschreibung ist die nötige Bedeutung im Unterricht zu geben. Ein systematisch aufgebauter und angeleiteter Unterricht, in dem der Lehrer korrigiert und ausreichend Gelegenheit zum Üben und Automatisieren bietet, führt die Schüler zu einem motivierenden und erfolgreichen Schreiberwerb.

In der anschliessenden regen Diskussion wurden die Auswirkungen dieser fatalen Konzepte auf die Gemüter der Heranwachsenden, aber auch auf die Wirtschaft und die Zukunft der Schweiz aufgebracht. Und Fragen wie diese müssen erlaubt sein: Wieso wird trotz gesundem Menschenverstand, zahlreicher Beispiele, klarer Forschungsergebnisse (z.B. Bonner Studie von 2018) unverdrossen an diesen falschen Lernkonzepten festgehalten? Wahrscheinlich würden auch weniger Lehrer ihren Beruf an den Nagel hängen, wenn sie wieder ideologiefreier unterrichten dürften.

red