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Cynthia Fuchs, Sachbearbeiterin Privatkunden TKB Weinfelden und Raphael Gerster, Junior Berater Privatkunden TKB Weinfelden haben sich entschieden, auch nach der Ausbildung bei der Thurgauer Kantonalbank zu bleiben.
1/1 nw Cynthia Fuchs, Sachbearbeiterin Privatkunden TKB Weinfelden und Raphael Gerster, Junior Berater Privatkunden TKB Weinfelden haben sich entschieden, auch nach der Ausbildung bei der Thurgauer Kantonalbank zu bleiben.
11.09.2019 10:10

Banken bieten all ihren Lehrabgängern eine Stelle an

Wer auf der TKB eine Ausbildung macht, bekommt gegen Ende der Ausbildung den Vorschlag einer Festanstellung. Wie eine Recherche zeigt, wird fast allen Lernenden in der Bankbranche nach Abschluss eine Stelle angeboten. Und fast alle schlagen ein.

Frauenfeld Cynthia Fuchs hat diesen Sommer die Ausbildung zur Bankkauffrau bei der TKB abgeschlossen. Kurz vor dem Lehrabschluss bekam sie das Angebot, im Unternehmen zu bleiben. Weil sie das System schon kannte, die Du-Politik genauso schätzte wie den familiären Umgang, war sie froh darüber und man suchte gemeinsam mit ihr eine weiterführende Lösung. Genau wie ihr erging es diesen Sommer zwölf weiteren Lehrabgängern. Insgesamt beendeten 15 Auszubildende die Lehre bei der TKB. Auch Raphael Gerster, Junior Berater Privatkunden in der Filiale Weinfelden, hat bereits die Ausbildung bei der TKB gemacht. Auch er erhielt kurz vor Ende der Ausbildung eine Festanstellung angeboten und hat angenommen. «Man hat mir den Job angeboten, den ich wollte», sagt er. Das Bewerbungsverfahren sei unkompliziert und relativ schnell gegangen, sagen die beiden. Werden also Jahr für Jahr gleich viele Leute entlassen, wie Lernende abschliessen? «Nein», erklärt Anita Schweizer, Leiterin Kommunikation der TKB. «Dass wir jedes Jahr aufs Neue allen Lehrabgängern ein Stellenangebot machen können, ist das Resultat einer frühzeitigen Planung über alle Geschäftsstellen und Abteilungen hinweg.» Ähnlich wird das auch bei anderen Banken gehandhabt.

Für die Jugend, gegen den Fachkräftemangel

Der Fachkräftemangel macht auch vor der Bankbranche nicht Halt. Um dem entgegenzuwirken, versucht die TKB Lernende nach Abschluss der Ausbildung im Unternehmen zu halten. Dazu bietet sie jedem mindestens eine auf ein Jahr befristete Stelle an. «So können sich die Drittjahr-Lernenden konzentriert auf die Lehrabschlussprüfung vorbereiten und stehen nicht unter Druck», erklärt Anita Schweizer, Leiterin Kommunikation TKB. Damit diese Unternehmensplanung aufgeht, müssen sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer flexibel sein. Ähnlich handhabt das auch die Migrosbank. Ihr Ziel ist es, mindestens 75 Prozent der Auszubildenden weiterbeschäftigen zu können. Dieses Jahr konnten gar knapp 90 Prozent der Lehrabgänger angestellt werden. Da die Lernenden bereits den Betrieb und das Umfeld kennen, meint Urs Aeberli, Public Relations Migros Bank AG, dass die Weiterbeschäftigung eines Lernenden eine Win-Win-Situation ist. Aber auch ein Arbeitgeberwechsel könne laut Aeberli nach der Ausbildung einen Gewinn an Erfahrungen mit sich bringen. Ebenfalls ausschliesslich Vorteile sieht Marlène Frey von der Bank Linth darin, die Lernenden zu behalten. Im Normalfall können alle Lernenden nach dem Abschluss bei der Bank Linth weiterbeschäftigt werden. «Die häufigsten Gründe, dass unsere ehemaligen Lernenden nicht mehr bei uns tätig sind, sind ein Wechsel in den Militärdienst bzw. in ein Studium», sagt Frey. Einen persönlichen Aspekt ergänzt Regula Hugentobler von der Raiffeisen Frauenfeld: «Uns sind die Lernenden schlicht ans Herz gewachsen». Deshalb lässt man sie auch ungern ziehen und bietet jedem Lehrabgänger eine weiterführende Lösung an, die, wie Hugentobler sagt, auch fast alle annehmen. In der Filiale in Frauenfeld arbeiten heute fünf Mitarbeiter, die bereits die Ausbildung in der Kantonshauptstadt gemacht haben.

Von Tamara Schäpper