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Der oberste Lehrer der Schweiz, Beat W. Zemp und Anne Varenne, Präsidentin von Bildung Thurgau.
1/1 Bild: wn Der oberste Lehrer der Schweiz, Beat W. Zemp und Anne Varenne, Präsidentin von Bildung Thurgau.
03.12.2018 14:11

Attraktivität des Lehrerberufs erhöhen

Im Fokus der Delegiertenversammlung von Bildung Thurgau stand neben der einstimmigen Verabschiedung der Strategie 2019 bis 2024 ein Referat von Beat W. Zemp, Zentralpräsident vom Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz LCH.

Weinfelden «Verschiedene Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen dem Wohlbefinden der Lehrpersonen und der Unterrichtsqualität», begrüsst Anne Varenne, Präsidentin von Bildung Thurgau die 84 Delegierten und Gäste, darunter Regierungsrätin Monika Knill und Amtschef Beat Brüllmann. Für Varenne wird ein gutes Klassenklima begünstigt, wenn Lehrpersonen Wärme, Vertrauen und Empathie ausstrahlen. Weiter verweist sie auf Studien, welche zeigen, dass das Führungsverhalten der Schulleitung mit echter Partizipation, individueller Unterstützung, Fairness und gemeinsamen Zielen die Gesundheit von Lehrpersonen positiv beeinflusst. Regierungsrätin Monika Knill zeigt in ihrem Grusswort die Lektionenzahlen der Ostschweizer Kantone in verschiedenen Fächern auf. Dabei befindet sich der Kanton Thurgau im oberen Drittel.

Oberster Lehrer spricht

Einen Rückblick auf 30 Jahre Bildungspolitik zeigt der oberste Lehrer der Schweiz und Präsident der Dachorganisation der Lehrerinnen und Lehrer Schweiz, Beat W. Zemp. Er bezeichnet die Einführung der Pädagogischen Hochschulen als riesigen Erfolg, der Zehntausende von Lehrpersonen mit Hochschul-Ausbildung zur Folge hat. Künftige Herausforderungen sind für ihn der Masterabschluss für alle Lehrpersonen, das Ansteigen der Schülerzahlen auf ein historisches Hoch bis 2025 und die Anerkennung der Totalrevision der EDK-Anerkennungs-Reglemente. Und wie beurteilt Zemp die Digitalisierung? «Lern- und Arbeitswelt werden sich massiv ändern, alte Berufe verschwinden und 60 Prozent der Schüler arbeiten in Berufen, die es heute noch gar nicht gibt», prophezeit der höchste Schweizer Lehrer. Er fordert: «Die Bildungspraxis muss das Steuer in der Hand behalten und Pädagogik kommt vor Technik».

Berufliche Weiterbildung sichern

«Bildung Thurgau vertritt die Interessen der Lehrerinnen und Lehrer wirkungsvoll in der Öffentlichkeit sowie gegenüber Bildungsverwaltung und Politik», heisst es gemäss Präsidentin Anne Varenne in der Strategie von 2019 bis 2024. Unterstützen will man insbesondere junge Lehrpersonen. Da die Gewährleistung der Chancengleichheit von Schülerinnen und Schülern, aber auch von Lehrpersonen nicht mehr immer gewährleistet ist, setzt sich der Verband dafür ein, dass mit verbindlicheren Vorgaben diese Unterschiede der Rahmen- und Arbeitsbedingungen, wo nötig und sinnvoll, verringert werden. Ebenso sollen Lehrpersonen ihren Beruf gesund und mit Freude bis zur Pensionierung ausüben können. Für das Kerngeschäft soll genügend Arbeitszeit vorhanden sein, so dass auch genügend Energie für die Planung ausserschulischer Veranstaltungen bleibt. Der Verband wehrt sich gegen unnötige oder teure Führungs- und Verwaltungsstrukturen ohne einen ersichtlichen Mehrwert. Einstimmig verabschieden die Delegierten die Strategie 2019 – 2024 und die Tätigkeitsagenda 2019 - 2021.

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