Bild: z.V.g.
V.l. Seraina Knobel, Kantonsspital Frauenfeld, bekam die Bronzemedaille, Monika Signer, Kantonsspital Münsterlingen Gold und Sheila Widmer, ebenfalls Frauenfeld, Silber.
1/2 Bild: z.V.g. V.l. Seraina Knobel, Kantonsspital Frauenfeld, bekam die Bronzemedaille, Monika Signer, Kantonsspital Münsterlingen Gold und Sheila Widmer, ebenfalls Frauenfeld, Silber.
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Monika Signer richtet ihrer Patientin das Morgenessen.
2/2 Bild: z.V.g. Monika Signer richtet ihrer Patientin das Morgenessen.
23.09.2019 13:37

Alle sind Siegerinnen bei den Berufsmeisterschaften

In einer simulierten und doch realen Pflegesituation zeigten am 20. und 21. September acht Auszubildende zur Fachfrau Gesundheit und Soziales (FaGe) bei den zweiten kantonalen Berufsmeisterschaften in Weinfelden ihr Können.

Weinfelden «Hier bekommen Sie das Torasemid, die Tablette zum Wasser ausschwemmen.» So erklärt Monika Signer einfühlsam und mit viel Fachwissen ihrer Patientin jedes einzelne Medikament. Die Situation bei den zweiten kantonalen Berufsmeisterschaften FaGe wirkte täuschend echt, wären da bloss nicht das Publikum und die zwei Prüferinnen. Selbst die beiden Schauspielerinnen vom Theater Blitz, die den acht Teilnehmerinnen als Pflegefallbeispiele dienten, hielten viele Zuschauer für echte Patientinnen. Sie überzeugten in ihrer Rolle und die Simulation war für kurze Zeit auch ihre Wirklichkeit.

Fertigkeiten und Kommunikationsvermögen sind gefragt

Aktuell gibt es 460 Auszubildende für den Beruf Fachfrau/-mann Gesundheit im Thurgau. Die Teilnehmerinnen an der diesjährigen Berufsmeisterschaft hatten insgesamt 1.5 Stunden Zeit für die Planung, Durchführung und Dokumentation des Pflegeprozesses. Auch wenn es sich um eine simulierte Situation handelte, arbeiteten sie in einer realen Pflegeumgebung. Erschwerend kam hinzu, dass sie die häufig sehr intimen Gespräche und Handlungen vor Publikum und unter Bewertung ausführten. Neben ihrem medizinischen Fachwissen und pflegerischen Fertigkeiten kommt es im Beruf FaGe stark auf die Kommunikationsfähigkeit und das Einfühlungsvermögen an. Teil des Wettbewerbs war auch der Umgang mit plötzlichen Gefühlsausbrüchen, denen die Auszubildenden professionell und doch sehr feinfühlig begegneten.

Berufe sichtbar machen

«Wir können viel zum positiven Alltag von Pflegebedürftigen beitragen», ermutigte Tanja Kellenberger ihre Kolleginnen vor der Rangverkündigung. Sie gewann vor zwei Jahren die erste kantonale Berufsmeisterschaft FaGe und nahm ein Jahr darauf an den Swiss Skills in Bern teil. Diese Möglichkeit winkt der diesjährigen Erst- und Zweitplatzierten ebenfalls. «Ihr habt heute unseren spannenden und vielseitigen Beruf gezeigt und alle sehr gute Leistungen erbracht», lobt Kellenberger die jungen Frauen. «Ihr seid alle Siegerinnen, denn es braucht Mut, in so einer Situation solch eine Leistung abzurufen.» Auch Brigitte Betschart, Geschäftsleitung der Organisation der Arbeitswelt Gesundheit und Soziales Thurgau (OdA GS TG), hebt die tollen Leistungen hervor. Die Berufsmesse, in deren Rahmen die von der OdA organisierte kantonale Berufsmeisterschaft stattfand, sei eine wunderbare Plattform, um Berufe sichtbar zu machen.

Monika Signer mit bester Bewertung

Die höchste Punktzahl und damit den ersten Platz erreichte Monika Signer, die im Kantonsspital Münsterlingen lernt. Sie hat nun mit der zweitplatzierten Sheila Widmer (Kantonsspital Frauenfeld) die Einladung im September 2020 zu den Swiss Skills nach Bern zu fahren und sich dort national zu messen. Kellenberger empfand die Swiss Skills als wertvolle Erfahrung, die sie weitergebracht hat und wendet sich abschliessend mit ermutigenden Worten an alle Teilnehmerinnen: «Seid stolz auf euren Beruf und euch selber.»

red