Bild: z.V.g.
Die Geschäftsleitung der Denipro hat für die von der Entlassung betroffenen Mitarbeitenden einen Sozialplan aufgestellt
1/2 Bild: z.V.g. Die Geschäftsleitung der Denipro hat für die von der Entlassung betroffenen Mitarbeitenden einen Sozialplan aufgestellt
Bild: z.V.g.
Von 50 Mitarbeitenden mussten 37 entlassen werden.
2/2 Bild: z.V.g. Von 50 Mitarbeitenden mussten 37 entlassen werden.
29.01.2019 12:05

37 Entlassungen: Denipro AG in Weinfelden muss schliessen

Per Ende April 2019 soll der Betrieb der Denipro AG in Weinfelden eingestellt werden. Von den 50 Mitarbeitenden werden 37 entlassen. Für sie wurde ein Sozialplan aufgestellt. Weiteren dreizehn, darunter allen vier Lernenden, wird ein Arbeitsplatz bei der Ferag in Hinwil angeboten.

Weinfelden Es war schon im Oktober letzten Jahres in der Thurgauer Zeitung zu lesen. «Grosses Missmanagement ohne Sozialplan!» lautete damals der Titel eines anonymen Schreibens, von einem Mitarbeiter der Denipro AG an die TZ-Redaktion. Herrschte bei den Mitarbeitenden zu dieser Zeit noch grosse Unsicherheit bezüglich ihrer Zukunft, ist es jetzt offiziell. Am Dienstag war klar, 37 Mitarbeitende werden ihren Job verlieren. Auf Anfrage bei Christoph Vollenweider, Sprecher der Ferag, wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Dienstag reagiert hätten, berichtet er: «Die Mitarbeitenden haben heute morgen die Mitteilung ruhig und gefasst entgegengenommen.» Die Belegschaft hat nun gemäss den gesetzlichen Vorgaben zwei Wochen Zeit, um im Rahmen des Konsultationsverfahrens zur Absicht der Geschäftsleitung und zu deren Vorschlägen in Sachen Sozialplan Stellung zu nehmen.

Geschäftsleitung bedauert es, zu diesem Schritt gezwungen zu sein

Mit dem Entscheid der Betriebsschliessung wolle man den Standort Hinwil stärken, heisst es in einer Medienmitteilung. Am Produktionsstandort Schweiz wird festgehalten. Die Geschäftsleitung bedauere es sehr, aufgrund der sich rasant verschlechternden Marktverhältnisse zu diesem Schritt gezwungen zu werden. Ursache für diesen Entscheid sei der Strukturwandel in der Medienlandschaft - weg vom Print hin zu den elektronischen Medien. Dies wirke sich direkt auf die Nachfrage nach den Produkten im bisherigen Kerngeschäft aus. Es habe sich gezeigt, so die Mitteilung, dass es deutlich mehr Entwicklungsaufwand, Zeit und finanzielle Ressourcen als erwartet brauche, um sich im neuen anspruchsvollen Markt der Intralogistik zu etablieren. Gleichzeitig verlaufe der Strukturwandel im Print-Bereich heftiger und rascher als angenommen wurde.

Bündelung der Kräfte in Hinwil

Die beiden Unternehmen Denipro und Ferag sahen sich deshalb dazu veranlasst, ihre Strukturen und Prozesse gründlich zu überprüfen, um Prozess- und Kostenoptimierungen zu erzielen. So hat die Unternehmensgruppe im Herbst 2018 den Bereich Intralogistik in Hinwil konzentriert, um Kräfte zu bündeln und Synergieeffekte zu erzielen. Die damit verbundene Verlagerung dieses Geschäftsbereichs der Denipro nach Hinwil konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Es habe sich gezeigt, dass das Festhalten am Standort Weinfelden für die Produktion von Massenteilen für die Ferag wirtschaftlich nicht gerechtfertigt werden konnte. Darum werde geplant, den Betrieb ganz einzustellen und die Produktion von Ketten und Klammern nach Hinwil zu verlagern. Im verbleibenden Printmarkt bleibe die Ferag weiterhin die führende Anbieterin von Förder- und Verarbeitungssystemen, heisst es in der Medienmitteilung. Was mit dem Hauptsitz in Weinfelden geschieht ist noch ungewiss: «Zuerst warten wir das Konsultationsverfahren ab, das am Mittwoch begann. Danach erst kann entschieden werden, was mit dem Hauptsitz geschieht», so Christoph Vollenweider.

Angelina Rabener