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Im Gegensatz zum letzten Jahr starten am Abendturnier in Wigoltingen vier Nationalmannschaften.
1/1 Archivbild: z.V.g. Im Gegensatz zum letzten Jahr starten am Abendturnier in Wigoltingen vier Nationalmannschaften.
07.08.2019 11:24

Starkes Brasilien gewinnt die 11. Ausgabe

Das diesjährige Internationale Abendturnier in Wigoltingen ist bereits wieder Geschichte. Ein stark aufspielendes brasilianisches Nationalteam gewinnt die 11. Austragung. Im Final konnte sich das Beste der drei südamerikanischen Teams gegen die Schweizer Nationalmannschaft mit 3:1 durchsetzen. Den kleinen Final um Platz 3 gewann Argentinien gegen Nachbarland Chile.

Faustball Pünktlich um 17 Uhr und bei anhaltendem Regen pfiff Schiedsrichter Carsten van Emden den ersten Halbfinal zwischen Chile und Brasilien an. Das nasse Terrain spielte vor allem den Chilenen, angeführt von Alvaro Mödinger im Angriff, in die Karten. Dieser wusste dies nämlich mit seinen scharfen Angriffsbällen gekonnt auszunutzen. Doch auch der Service von Chile war nicht ohne. Eine fortan ausgeglichene Partie und sehenswerten Faustballsport bekamen die rund 400 Zuschauer zu sehen. Beim Stand von 5:5 war es der Favorit aus Brasilien, welcher sich mit einer 3-Punkteserie ein komfortables Polster erspielen konnte. Doch die Chilenen gaben nicht auf und konterten zum 8:7 für Brasilien. Mit einem knappen 11:9 gelang den Brasilianern schliesslich der erste Satzgewinn. Ähnlich ging es im zweiten Satz weiter. Doch diesmal waren es die Chilenen, welche das Spieldiktat übernahmen. Zwischenzeitlich lagen sie sogar mit 7:4 vorne, konnten ihre Chancen schlussendlich aber nicht nutzen. Brasilien legte mit dem Rücken zur Wand nochmals zu und verbuchte beim Stand von 7:9 für Chile die letzten vier Punkte und somit den 2:0-Erfolg.

Schweizer ohne Probleme im Final

Die Schweizer starteten furios in den zweiten Halbfinal gegen Argentinien. Zu wenig Druck im Angriff und viele Eigenfehler im Spiel der Südamerikaner sorgte für eine schnelle 5:1-Führung für das Heimteam. Diese bauten sie sogar noch aus und zogen schliesslich zu einem ungefährdeten 1. Satzgewinn durch. Nach längerer Verletzungspause kehrte Nationalmannschaftskapitän Ueli Rebsamen auf den Platz zurück und wurde im 2. Satz von Trainer Oliver Lang für einen Kurzeinsatz eingewechselt. Dieser machte einen guten Eindruck, obwohl man natürlich merkt, dass er noch nicht ganz auf 100% seiner Kräfte zurückgreifen kann. Dennoch gelang es der Schweiz, die Argentinier im Griff zu halten und gewannen schliesslich auch den zweiten Durchgang mit 11:9. Ein gelungenes Comeback für Rebsamen.

Argentinien dreht Partie um Platz 3

Nach ihrem Länderspiel in Jona vom 2. August 2019 trafen Argentinien und Chile nun erneut aufeinander. Damals behielten die Chilenen mit 3:1 die Oberhand. Doch nun spielte bei Chile keiner der im Halbfinal eingesetzten Spieler von Beginn weg. Aber auch die anderen fünf Akteure stellten Argentinien teilweise vor sehr grosse Probleme. Andres Gruss mit Jahrgang 2002 im Angriff der Chilenen übernahm Verantwortung und führte zwischenzeitlich Service und Rückschlag aus. Bis zum Stand von 8:8 im ersten Satz war es eine äusserst ausgeglichene Partie. Dann war es Chile welches sich mit einer 3-Punkteserie den ersten Satz holte. Im gleichen Stil ging es weiter. Zwar konnte Argentinien zum 6:4 vorlegen, ehe Chile gleich mit sechs Punkten in Folge konterte. Weniger später führten sie mit 2:0 Sätzen. Argentinien aber gab nicht auf. Wie in den beiden Sätzen zuvor wurde es erst gegen Ende so richtig spannend. Mit 11:7 gelang Argentinien der Anschluss. Durchaus möglich, dass sich diese beiden Teams auch an der WM wieder gegenüberstehen werden. Ein munteres hin und her auch im 4. Satz. Erneut mit dem besseren Ende für Argentinien, 2:2 Satzausgleich. Der 5. Satz musste die Entscheidung bringen. Zwar legte Chile mit 6:3 vor, doch die kämpferischen Argentinier liessen nicht locker und bewerkstelligten nach dem letzten Seitenwechsel den 6:6 Ausgleich. Beim Stand von 9:9 gelangen ihnen dann die beiden entscheidenden Punkte zum 11:9 Satz- und 3:2 Spielgewinn.

Schweiz im Finale chancenlos

Für einmal wurde Angreifer Lukas Lässer im Finale gegen Brasilien geschont. Da wird sich wohl Trainer Oliver Lang nicht zu früh in die Karten schauen lassen. Richtig so, denn Brasilien ist ein sehr ernstzunehmender Gruppengegner der Schweizer an der kommenden WM in Winterthur von nächster Woche. Brasilien machte in der Person vom jungen Angreifer Gabriel Heck sehr viel Druck in der Offensive. Die Schweizer hatten sichtlich Mühe, einen ordentlich Spielaufbau zu Stande zu bringen. Mit 5:1 gingen die Südamerikaner in Führung. Diese gaben sie im ersten Durchgang schliesslich nicht mehr her und legten mit 1:0 in Sätzen vor. Um allen Angreifern Einsatzzeit zu geben wechselte Brasilien in der Offensive durch. Dementsprechend entwickelte sich eine etwas ausgeglichenere Partie im 2. Satz. Ein offener Schlagabtausch bis zum Stand von 11:11. Erneut war es aber Brasilien mit dem besseren Ende. 2:0-Satzführung für die Gäste.

Auch die Schweizer wechselten zwischenzeitlich. Christian Lässer ersetzte Raphael Schlattinger im Angriff und Berger kam für Schoch in der Defensive. Der geplante Wechsel der Brasilianer im Angriff spielte in Satznummer drei den Eidgenossen in die Karten. Rodrigo Sprandel produzierte zu viele Eigenfehler was den Schweizern schliesslich den Anschlusssatz zum 1:2 bescherte. Brasilien wechselte zurück auf Andrioli. Und wieder hatte die Schweizer Abwehr Mühe mit den Angriffsbällen auf dem feuchten Terrain. Da half auch eine gute Serviceleistung von Rückkehrer Jan Meier nicht viel. Hinzu kamen unnötige Fehler im Spielaufbau. Brasilien agierte Defensiv stärker und machte wenig später den Sack zu und gewann verdient mit 3:1.

red

Schweiz spielte mit:

David Berger, Ueli Rebsamen, Raphael Schlattinger, Mario Kohler, Lukas Lässer, Christian Lässer, Jan Meier, Kenneth Schoch, Malik Müller, Oliver Lang (Trainer), Hanspeter Brigger (Co-Trainer), Stephan Jundt (Co-Trainer)

Halbfinals

Brasilien - Chile 2:0 (11:9/11:9)

Schweiz - Argentinien 2:0 (11:5/11:9)

Spiel um Rang 3

Chile - Argentinien 2:3 (11:8/11:8/7:11/8:11/9:11)

Final

Schweiz - Brasilien 1:3 (8:11/11:13/11:5/8:11)