Archivbild: Foto Gaccioli
Der HSC Kreuzlingen gewann beide Spiele der Doppelheimrunde und bleibt weiterhin ungeschlagen.
1/1 Archivbild: Foto Gaccioli Der HSC Kreuzlingen gewann beide Spiele der Doppelheimrunde und bleibt weiterhin ungeschlagen.
18.02.2019 14:48

Kreuzlinger erobern mit zwei Heimsiegen die Tabellenspitze

Die Erfolgsserie der 1.-Liga-Männer des HSC Kreuzlingen geht weiter. Am Wochenende feierten sie in der Finalrunde zwei deutliche Heimsiege und sind neuer Leader.

Handball Die Hafenstädter haben am Wochenende ihre beiden Pflichtaufgaben in eigener Halle gegen keinesfalls einfach zu spielende Gegner erfüllt. Sowohl am Samstag beim 33:26 gegen die Seen Tigers aus Winterthur wie tags darauf beim 34:24 gegen Andelfingen zeigten sie jeweils eine über weite Strecken überzeugende Darbietung. Cheftrainer Marcel Keller setzte dabei sämtliche ihm zur Verfügung stehenden Feldspieler ein und gönnte auch dem einen oder anderen Akteur eine Verschnaufpause. Keller zeigte sich am Sonntagabend mehrheitlich zufrieden, hatte die eine oder andere Schwachstelle - insbesondere in der Abwehr - aber sehr wohl registriert. Muss er auch, denn am nächsten Samstag dürfte im Gastspiel beim Tabellenvierten in Oberwil BL eine deutlich höhere Hürde warten. Gegen die HSG Leimental könnte der 20. Sieg im 20. Saisonspiel Tatsache werden. Die Basler stehen nach der 23:33-Auswärtsklatsche am Wochenende gegen die HSG Siggenthal/Vom Stein Baden (2.) und Erfolgsdruck, wollen sie die beiden Playoff-Plätze nicht vorzeitig aus den Augen verlieren.

Fünf Treffer in Serie entschieden

Gegen die Seen Tigers am Samstag erwischte der HSCK einen guten Start und führte nach elf Minuten bereits mit 7:3. In der Folge durchliefen die Gastgeber dann allerdings einen achtminütige Phase, in der im Angriff wenig zusammenpasste. Diese Baisse nützten die Eulachstädter, unter anderem mit zwei Treffern des ehemaligen Schweizer Nationalspielers Sharr Ramadani (28), um wieder aufzuschliessen. Der Gleichstand gelang den Tigers aber nie. Beim Stand von 13:10 für die Kreuzlinger wurden die Seiten gewechselt. Und nach Wiederanpfiff legte der HSCK dann gleich los wie die Feuerwehr: Die beiden Linkshänder Marco Kappenthuler (Rückraum, drei Tore) und David Fricker (Rechtsaussen, zwei Tore) erhöhten in den ersten 230 Sekunden der 2. Halbzeit schnell auf 18:10 und stutzten den Zürcher Tigern so die Krallen. Näher als bis auf fünf Treffer kamen die vom ehemaligen Tophandballer Cho Chi-Hyo (48, u.a. sechs CH-Meistertitel mit Pfadi Winterthur) gecoachten Gäste in der Folge nie mehr heran, auch wenn HSCK-Trainer Keller zahlreiche Auswechslungen vornahm. Linksaussen Fabian Schneider war mit acht Treffern der erfolgreichste Kreuzlinger Angreifer beim 33:26-Heimsieg, bei den Seen Tigers war es Olivier Nussli mit sieben.

20 Minuten auf Augenhöhe

Die SG Andelfingen kam mit der Reputation nach Kreuzlingen, am Vortag dem ambitionierten SV Fides St. Gallen beim 22:22 einen vielleicht noch schmerzlichen Punktverlust beigefügt zu haben. Und die Zürcher traten auch beim HSCK in der Startphase durchaus selbstbewusst aus. Während der HSCK etwas Mühe bekundete seinen Motor auf Betriebstemperatur zu bringen, starteten die Gäste mit viel Tempo und führten nach 13 Minuten überraschend mit 8:5. Zwei Strafen gegen Andelfingen innerhalb von gut vier Minuten nützte der HSCK aber resolut, um das Spiel zu drehen. Er erzielte vier Treffer in Überzahl zum 12:10. Der Kreuzlinger Express hatte damit Fahrt aufgenommen, was Gästetrainer Marko Vukelic wenig später zu einem Team-Timeout zwang. Mit 17:12 für Kreuzlingen ging es in die Pause.

Aus dem Spiel heraus bekundete Andelfingen in den zweiten 30 Minuten immer grössere Mühe, eine Lücke in der Abwehr des HSCK zu finden. Der wurfgewaltige Attila Kun sorgte schliesslich mit seinem achten Treffer zum 29:29 (49. Minute) für die erstmalige Zehntore-Führung der Gastgeber. In der Schlussphase war es dann Valon Dedaj, der als Spielgestalter auch für offensive Farbtupfer sorgte. Er traf in den letzten acht Minuten gleich dreimal. Andelfingen durfte sich unter anderem bei Reto Hirzel bedanken, dass die Niederlage nicht noch deutlicher ausfiel. Der Topscorer verwertete alle acht Siebenmeter sicher. Mehr als Resultatkosmetik war das aber nicht mehr und Kreuzlingen verteidigte mit dem diskussionslosen 34:24-Heimerfolg seine weisse Weste insgesamt souverän.

Nächstes Heimspiel gegen Siggenthal

Bis zum nächsten Heimspiel müssen sich die Kreuzlinger Anhänger einige Zeit gedulden. Dieses findet erst am Samstag, 30. März, 18:00 Uhr, gegen die HSG Siggenthal/Vom Stein Baden statt. Dafür kann der HSCK gleich drei seiner letzten vier Finalrundenpartien vor eigenem Publikum austragen.

red

HSC Kreuzlingen – Seen Tigers Winterthur 33:26 (13:10)

Egelsee. – 120 Zuschauer. – Sr. Reiser/Widmer.

Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Kreuzlingen, 3-mal 2 Minuten gegen Seen Tigers.

Kreuzlingen: Perez (11 Paraden), Färber (0): Singler (2), Briegmann (2), Maurer (1), Bär (2), Heim (6), Kappenthuler (5), Thür (1), Mettler (1), Kun (2), Gasser, Schneider (8/1), Fricker (3).

Seen Tigers: S. Kiss (5 Paraden), Hauser (1 Tor, 5 Paraden/davon 1 Penalty); N. Meili, Weber, Kiss (1), Ramadani (4/1), Gilgenreiner (1), Nussli (7), Müller (2/1), Kika (1), C. Kiss (3), Kindle (6), Oltmanns.

Penaltystatistik: Kreuzlingen 1/2, Seen Tigers 2/2.

Bemerkungen: Kreuzlingen ohne Bärtschi, Dedaj, Gyuris, Perazic und Zeller.

HSC Kreuzlingen – SG Andelfingen 34:24 (17:12)

Egelsee. – 200 Zuschauer. – Sr. Brülisauer/Bitici.

Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Kreuzlingen, 2-mal 2 Minuten gegen Andelfingen.

Kreuzlingen: Perez (1.-46./9 Paraden), Färber (46.-60./2 Paraden); Dedaj (4), Maurer (1), Bär, Heim (4), Kappenthuler (1), Thür (4), Mettler (1), Kun (8), Gasser (6/1), Schneider, Fricker (4), Gyuris (1).

Andelfingen: Gutknecht (1.-35./6 Paraden), Hirtreiter (35.-60./5 Paraden); A. Hirzel (2), R. Hirzel (8/8), Guggisberg, T. Hirzel, Krügel (1), Wegmann (3), Vomsattel, Eichenberger (1), Berger (3), Hochstraser (1), Gamper (1), Nussbaumer (4).

Penaltystatistik: Kreuzlingen 1/2, Andelfingen 8/8.

Bemerkungen: Kreuzlingen ohne Bärtschi, Briegmann, Singler, Perazic und Zeller.