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Joel Girrbach spielt seit diesem Jahr auf der European Tour.
1/1 Bild: z.V.g. Joel Girrbach spielt seit diesem Jahr auf der European Tour.
11.07.2019 08:00

Der Golfprofi aus Ermatingen

Der 25-jährige Ermatinger Joel Girrbach ist der beste Golfer der Schweiz. Seit diesem Jahr ist er regelmässig auf der European Tour unterwegs und möchte sich dort schnellstmöglich etablieren.

Golf Joel Girrbach erzählt im Interview, wie er Ausbildung und Sport unter einen Hut gebracht hat und was ihm der Golfsport bedeutet.

Sie spielen Golf seit Sie acht Jahre alt sind. Was bedeutet es Ihnen, regelmässig auf dem Golfplatz zu stehen und was fasziniert Sie so sehr an diesem Sport?

Es ist mein Beruf und macht mir nach wie vor sehr viel Freude jede Woche gegen die Besten Spieler der Welt auf den besten Plätzen zu spielen.

Ihre Anfänge hatten Sie auf dem Golfplatz Lipperswil. Wie reagiert Ihr Umfeld (Familie, Freunde, Golfkollegen) auf Ihren Erfolg?

In der Schweiz ist der Golfsport nach wie vor eine Randsportart welche von den Medien leider nicht so stark verfolgt wird. In meinem engeren Umfeld unterstützen und verfolgen mich natürlich alle. Dafür bin ich auch sehr dankbar.

Wie oft und wie lange trainieren Sie in der Woche?

Das ist völlig unterschiedlich, da ich während der Saison vor allem an Turnieren bin und dadurch das technische Training etwas verloren geht. Wenn ich zu Hause bin, trainiere ich pro Tag ca. 5 Stunden (inkl. Golf, Fitness und Mentaltraining). Während der Turniere bin ich ca. 7 bis 8 Stunden auf dem Golfplatz am spielen und trainieren.

Ihre ersten Turniere spielen Sie seit 2013 nachdem Sie Ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Wie wichtig ist Ihnen diese Ausbildung?

Ich habe während meiner Ausbildungszeit bereits alle grossen Amateurturniere auf der ganzen Welt bestritten. Profi wurde ich dann Ende 2014. Die Ausbildung ist für mich enorm wichtig, da man einen Plan B und ein Backup hat. Ich bilde mich auch jetzt noch regelmässig weiter.

War es schwer, Ausbildung und Training unter einen Hut zu bekommen?

Es verlangt viel Selbstdisziplin und Einsatz. Ist aber gut machbar wenn man sich gut organisiert. Als Golfspieler hat man auch viel «tote Zeit» z.B. vor oder nach der Runde. In dieser Zeit kann man gut lernen.

Sie spielen in diesem Jahr regelmässig auf der European Tour. Was ist ihr nächstes grosses Ziel?

Ich möchte in diesem Jahr so viel wie möglich auf der European Tour spielen. In dieser Saison kann ich fast eine volle Saison auf der grössten Tour in Europa, welche Turniere auf der ganze Welt hat, spielen. Mein Ziel ist es mich auf dieser Tour zu etablieren und auch ganz vorne mitzuspielen.

Beim Golf ist man viel unterwegs und reist zu Turnieren auf der ganzen Welt. Wie wichtig sind Sponsorengelder für Sie? Wie viel Kosten können Sie mit Preisgeldern abdecken?

Das Ziel ist es, dass die Sponsorengelder die Reisen, Trainings etc. begleichen und das Preisgeld als «Lohn» übrig bleibt. Dies geht nicht immer ganz auf, da man im Golfsport nicht immer Preisgeld bekommt sonder nur dann wenn man nach zwei Tagen den «Cut» der besten 65 Spieler macht. Ohne Sponsoren geht es auf diesem Level leider nicht, da man enorm viel am Reisen ist.

Welcher Turnierort hat Ihnen bisher am Besten gefallen? Wo möchten Sie unbedingt mal bei einem Turnier spielen?

Die Golfplätze sind meistens an den schönsten Orten der Welt. Daher ist es schwierig den schönsten Ort zu nennen. Australien war super, Südafrika auch. Sehr speziell ist es auch immer in England und Schottland wo der Golfsport entstand. Das Masters in Augusta ist ein Ziel.

Interview: Nico Wrzeszcz