z.V.g.
Philipp Osterwalder stellte in seiner jungen Berufslaufbahn fest, dass es noch keine geeignete Labor- und Qualitätssicherungssoftware für die Lebensmittelindustrie gab.
1/2 z.V.g. Philipp Osterwalder stellte in seiner jungen Berufslaufbahn fest, dass es noch keine geeignete Labor- und Qualitätssicherungssoftware für die Lebensmittelindustrie gab.
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Gründerteam v.l.: Alban Muret, Samuel Schmied, Jonas Greminger, Philipp Osterwalder
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15.08.2019 10:40

Vom Kreuzlinger Chemielaborant zum Startup-Unternehmer

Immer wieder lesen wir von erfolgreichen Startups und innovativen Unternehmerinnen und Unternehmern. Aber wo und wie entstehen diese neuen Ideen und wer steckt dahinter? Einer dieser Startup-Gründer ist Philipp Osterwalder aus Kreuzlingen und das ist seine Geschichte.

Kreuzlingen Philipp Osterwalder verbrachte seine Kindheit an der Bodanstrasse. Im Schreiber Schulhaus und später im Pestalozzi ging er zur Schule. Er erzählt: «Nach der Schulzeit entschied ich mich dazu, bei Bioforce in Roggwil eine Lehre als Chemielaborant zu absolvieren. Nach abgeschlossener Lehre arbeitete ich einige Jahre in einem Forschungslabor.» Nach einer Weiterbildung zum medizinischen Laboranten und einigen Jahren Berufserfahrung, landete Osterwalder in der Produktentwicklung eines renommierten Saftherstellers. «Neu in der Lebensmittelindustrie stellte ich schnell fest, dass vielerorts noch analog oder mit Excel gearbeitet wird. In analytischen Labors sind hingegen leistungsstarke Laborsoftwares weiter verbreitet», so der Kreuzlinger. Überrascht über diesen grossen Unterschied im Grad der Digitalisierung machte sich Philipp schlau und erkannte, dass es noch keine Labor- und Qualitätssicherungssoftwares gab, welche sich für die Lebensmittelindustrie eignen. «Einerseits waren die verfügbaren Lösungen der grossen Anbieter zu komplex, zu teuer und zu unflexibel, andererseits wollten die meisten Firmen ihre erprobten Prozessabläufe beibehalten und nicht an eine starre Software anpassen», erinnert er sich.

Eine komplett konfigurierbare Lösung musste her

Den Wechsel vom analytischen Labor in die Qualitätssicherung der Lebensmittelindustrie betrachtet Philipp rückwirkend als zündender Impuls für die Entwicklung seines Startups. Motiviert eine komplett konfigurierbare Lösung zu entwickeln, welche die Bedürfnisse der Lebensmittelbranche erfüllt, machte er sich auf die Suche nach geeigneten Softwareentwicklern. Mit Jonas Greminger aus Märstetten und Samuel Schmied aus Wigoltingen hatte Osterwalder schnell die perfekten Geschäftspartner gefunden. Jonas und Samuel führen seit mehreren Jahren die Digital Agentur Modeso mit Sitz in Märstetten und Zürich und brachten das nötige Softwareentwicklungs-Knowhow mit. Als viertes Teammitglied kam noch Alban Muret aus Zürich für Sales und Marketing dazu.

Qualitätssicherung digitalisiert

«Mit dem Ziel vor Augen und dem gefundenen Team ging dann alles ziemlich schnell», berichtet Philipp weiter. Die erste Version der Software wurde entwickelt und mit den Beta-Testern weiterentwickelt. Seit rund einem Jahr ist die Labor- und Qualitätssicherungssoftware 1LIMS nun auf dem DACH-Markt. «Seitdem konnten wir bereits die Qualitätssicherung vom Fleischverarbeiter Micarna, sowie anderen KMUs digitalisierten», sagt er.

Weitere Ziele?

Die vier jungen Unternehmer haben aber noch grössere Ziele. Sie wollen einen neuen Standard in der Digitalisierung des gesamten Ökosystems der Qualitätssicherung setzen und die Arbeit zwischen Menschen, Software und Laborgeräten in der Lebensmittelindustrie sowie anderen Branchen automatisieren und vereinfachen.

pd/rab