Hansjörg Brem vom Amt für Archäologie. js
1/6 Hansjörg Brem vom Amt für Archäologie. js
Iris Hutter vom Amt für Aräologie erklärt die Fundstücke. js
2/6 Iris Hutter vom Amt für Aräologie erklärt die Fundstücke. js
Die Fundstücke stammen aus verschiedenen Zeiten. js
3/6 Die Fundstücke stammen aus verschiedenen Zeiten. js
Die Fundstücke stammen aus verschiedenen Zeiten. js
4/6 Die Fundstücke stammen aus verschiedenen Zeiten. js
Die Fundstücke stammen aus verschiedenen Zeiten. js
5/6 Die Fundstücke stammen aus verschiedenen Zeiten. js
Momentan sind die Taucher fünf Tage in der Woche mit den Untersuchungen beschäftigt. z.V.g.
6/6 Momentan sind die Taucher fünf Tage in der Woche mit den Untersuchungen beschäftigt. z.V.g.
11.04.2019 14:43

Unter Wasser durch verschiedene Gezeiten

Beim Hafen Güttingen ist zurzeit viel los. Am sogenannten Mäuseturm werden archäologische Untersuchungen vorgenommen. Die ersten Funde präsentiere das Amt für Archäologie.

Güttingen Seit rund zwei Monaten untersucht das Amt für Archäologie Thurgau den Flachwasserbereich vor Güttingen. Auf der etwa 240 Meter vom Ufer entfernten inselartigen Untiefe haben Taucher eine massive Holzkonstruktion entdeckt. Die Konstruktion ist in einem Quadrat von 15 x 15 Meter mit Pfählen umstellt. Diese konnten laut Iris Hutter vom Amt für Archäologie durch die dendrochronologische Analyse ins 12. Jahrhundert nach Christus datiert werden. Im Mittelalter stand hier also eine Turmanlage, wie sie ähnlich in den Hafenanlagen von Arbon oder Rorschach-Heideländle einmal bestanden.

Pfahlbauer und Römer

Bei den taucharchäologischen Untersuchungen 2017 und 2018 kamen zusätzlich die Reste einer spätbronzezeitlichen Pfahlbausiedlung zum Vorschein. Untersuchte Pfähle weiter draussen im See datieren in römische Zeit. Beide Pfahlfeldbereiche werden dieses Jahr laut Hutter weiter untersucht, um ihre Dimension abzuschätzen. Die neusten Funde lassen vermuten, dass Teile der Konstruktion römisch sein könnten. Der mittelalterliche Mäuseturm hätte in dem Fall einen römischen Vorgänger. «Die in diesem Jahr geborgen Hölzer werden momentan untersucht. Ergebnisse werden wohl in einigen Monaten vorliegen», erklärt Hutter.

Fundstelle in Gefahr

Das geborgene Fundmaterial der Tauchgrabungen und auch die Pfähle zeigen laut Hansjörg Brem vom Amt für Archäologie starke Erosionsspuren. Deshalb wurden die Arbeiten auch dieses Jahr fortgesetzt. Denn nur so können die Holzkonstruktionen dokumentiert und beprobt werden, bevor die Fundstelle verloren geht. Die Untersuchungen am Hafen Güttingen werden voraussichtlich noch bis Ende April andauern.

Infoveranstaltung

Am Gründonnerstag, 18. April findet ab 15 Uhr eine Informationsveranstaltung zu den Fundmaterialien beim Hafen Güttingen statt. Gezeigt und erklärt werden die Abläufe der Tauchgrabung, die Beprobung und Analyse der Hölzer sowie das neuste Fundmaterial. Bei guter Witterung können das Arbeitsfloss und die Fundstelle im See vom Boot aus besichtig werden. Infos zu den laufenden Arbeiten sind beim Hafen angebracht oder unter www.archäologie.tg.ch zu finden.

Janine Sennhauser