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Mohamad Ali Babi mit seinem Chef, Beat Greutmann bei der Arbeit in der Greag AG in Märstetten.
1/1 tas Mohamad Ali Babi mit seinem Chef, Beat Greutmann bei der Arbeit in der Greag AG in Märstetten.
09.10.2019 09:21

So finden Migranten ihren Platz in der Arbeitswelt

Wer vorläufig in der Schweiz aufgenommen wird, bleibt meist langfristig hier. Deshalb werden diese Personen nachhaltig integriert. Dazu gehört das Erlernen der Sprache, aber auch das Finden einer passenden Anstellung. Ein Beispiel aus Märstetten zeigt, wie das ideal laufen könnte.

Region Mohamad Ali Babai kam 2015 aus Afghanistan in die Schweiz und dann in den Thurgau. Gut ein Jahr später spricht er Deutsch auf dem Niveau B1. Die Sprache und seine Motivation verhalf ihm 2018 zum Lehrvertrag als Automobilassistent (EBA) bei der Firma Greag Ag in Märstetten. Damit sei er laut Jobcoach Daniela Wild ein Musterbeispiel, wie Arbeitsintegration im Kanton Thurgau laufen könnte. Wild ist eine von drei Jobcoaches im Kanton Thurgau, die vorläufig aufgenommene Personen bei der Suche nach einer beruflichen Zukunft hier im Thurgau unterstützen. Koordiniert werden die Jobcoaches von der kantonalen Fachstelle Integration.

Selbstinitiative wird gefordert

Jeder, der als vorläufig aufgenommen gilt, kommt in das Förderprogramm. Besprochen wird dann die schulische Bildung, Deutschkenntnisse und die beruflichen Ziele der Person. Im Fall von Babai beschränkte sich seine schulische Bildung auf fünf Jahren Unterricht in Afghanistan. Das heisst, es brauchte und braucht noch heute viel an Selbstinitiative, um den Forderungen der Berufsschule nachkommen zu können. Beat Greutmann, Geschäftsführer der Greag AG schätzt Babai als guten Auszubildenden und bietet ihm an, an die EBA-Ausbildung den EFZ-Abschluss zu machen und dann bei Interesse als Festangestellter in der Firma zu bleiben. «Um die Migranten erfolgreich in den Arbeitsmarkt integrieren zu können, braucht es nicht nur motivierte Arbeitssuchende, sondern vor allem auch Arbeitgeber, die bereit sind, jemandem eine Chance zu geben», sagt Wild.