Ein weinendes und ein lachendes Auge für Dorena Raggenbass und Markus Blätter. Während die Schule mit Tagesstruktur ausgebaut werden kann, ist der Kunstrasenplatz gescheitert.
1/1 Ein weinendes und ein lachendes Auge für Dorena Raggenbass und Markus Blätter. Während die Schule mit Tagesstruktur ausgebaut werden kann, ist der Kunstrasenplatz gescheitert.
11.02.2019 11:38

Kunstrasen fällt durch

Das Kreditbegehren für den Bau eines Kunstrasenplatzes im Gebiet Döbeli wurde am vergangenen Wochenende abgelehnt. Grosse Zustimmung hingegen fand der Ausbau der Schule mit Tagesstrukturen. Sowohl die Primarschulgemeinde wie auch die Stadt sprachen sich deutlich dafür aus.

Kreuzlingen «Ich bin nicht wirklich zufrieden», sagte AS Calcio-Vizepräsident Daniele Scardino am Sonntagnachmittag. Der Grund: Das Kreditbegehren über 2,85 Millionen Franken für den Bau eines Kunstrasenplatzes im Döbeli fand bei den Kreuzlinger Stimmberechtigen keine Mehrheit. Bei einer Stimmbeteiligung von 40,1 Prozent und 3296 gültigen Stimmzetteln sprachen sich 1424 für und 1872 gegen das Projekt aus. Das Pro-Komitee sei wohl von einem knappen Resultat ausgegangen – in welche Richtung auch immer – aber das doch klare Nein gegen den Kunstrasen sei eine Enttäuschung, meinte Daniele Scardino. «Nun gilt es, vorwärts zu schauen».

Hybridrasen als Plan B

Der Vizepräsident sprach von einem «Plan B, den wir vorbereitet haben». Dabei gehe es um einen so genannten Hybridrasen, der als Naturrasen belastbarer als herkömmliche Plätze sei. Für Frühling bis Herbst sei das gut. «Das löst aber unser Winterproblem nicht», meinte Daniele Scardino. Nach wie vor sei der Bedarf an Trainingseinheiten aller Kreuzlinger Sportvereine sehr hoch. Das Abstimmungsresultat bringe nun keine Entlastung.

Enttäuschung auch bei der zuständigen Stadträtin Dorena Raggenbass. Sie glaubte am Abstimmungssonntag nicht daran, dass «das Projekt wegen der Kosten gescheitert ist, die Bevölkerung will keine Kunstrasen», zeigte sie sich überzeugt. Es müssten nun Alternativen geprüft werden, doch der grosse Bedarf an Trainingsmöglichkeiten könne durch einen Naturrasen nicht gedeckt werden. «Aber wir gehen nun an die weiteren Planungen», sagte Dorena Raggenbass.

Schule und Stadt erhöhen Beiträge

Erfolgreich war die Abstimmung über den Ausbau der Schule mit Tagesstrukturen. Die Stimmberechtigten der Stadt befürworteten mit 2067 Ja- gegen 1237 Nein-Stimmen die Erhöhung des Beitrages von 450 000 Franken auf 900 000 Franken. Die Stimmbeteiligung lag bei 40,3 Prozent. Die Primarschule sprach sich ebenfalls deutlich für die Erhöhung des Beitrages von 340 000 Franken auf 600 000 Franken aus. 2067 Stimmberechtigte sagten Ja, 1209 lehnten die Vorlage ab. Erfreut über das Resultat zeigte sich Primarschul-Vizepräsident Markus Blättler. «Sensationell», sagte er. Die Stimmberechtigten hätten die Vorteile der Ganztagesbetreuung erkannt und für Kreuzlingen sei dies ein Standortvorteil. «Die deutliche Zustimmung bereitet mir eine grosse Freude», meinte Stadträtin Dorena Raggenbass. Schule und Stadt könnten nun an den sukzessiven Ausbau der Schule mit Tagesstruktur gehen.

Kurt Peter