z.V.g.
Das evangelische Kirchgemeindehaus Kreuzlingen soll saniert und mit einem Anbau ergänzt werden
1/1 z.V.g. Das evangelische Kirchgemeindehaus Kreuzlingen soll saniert und mit einem Anbau ergänzt werden
08.05.2019 16:22

Kirchgemeindehaus: Eine Sanierung ist unumstritten

Das evangelische Kirchgemeindehaus Kreuzlingen soll saniert und mit einem Anbau ergänzt werden. Am 19. Mai werden die Stimmberechtigten daher über einen Kredit von 8,5 Millionen Franken befinden.

Kreuzlingen Das evangelische Kirchgemeindehaus wurde in den Jahren 1961 bis 1963 erbaut. Es gilt als herausragendes Beispiel schweizerischer Nachkriegsarchitektur. Doch der Zahn der Zeit nagt am Gebäude:  «Die jährlichen Aufwendungen für Unterhalt und Reparaturen der Liegenschaft steigen ständig, denn mit Ausnahme einer Teilsanierung der Fenster wurden in jüngerer Zeit nur die notwendigsten Reparaturen durchgeführt», heisst es in der Abstimmungsbotschaft. Das 56jährige Kirchgemeindehaus entspreche in vielen Bereichen wie etwa dem Brandschutz nicht mehr den heutigen Vorschriften.

Neubau für Diensträume

Als Haupteingriff ist eine Erweiterung der Kirchgemeindehauses mit einem Ersatzbau anstelle der heutigen Hauswartwohnung vorgesehen. Die erforderlichen Diensträume für Pfarrer, Hauswart und Verwaltung könnten im Ersatzneubau als kompakte, zweigeschossige Funktionseinheit zusammengefasst werden, heisst es in der Botschaft. Die Büro- und Sitzungszimmer würden mit nichttragenden Zwischenwänden getrennt, um zukünftige räumliche Anpassungen einfacher zu ermöglichen. Die Gestaltung und Ausstattung der Räume sei zweckmässig und richte sich nach den heutigen Anforderungen an Arbeitsplätze. Die projektierte Sanierung und Erweiterung beinhalte die vollständige hinernisfreie Erschliessung des Kirchgemeindehauses und dessen Umgebung. Die Fluchtwege, Brandabschnitte und Brandwiderstände des Bestandbaus entsprechen nicht mehr den feuerpolizeilichen Vorschriften und müssen dringend angepasst werden «um die Personensicherheit zu gewährleisten», wie es heisst. Gesamthaft ersetzt werden müssen laut Botschaft die elektrischen Installationen. Die Lüftungsanlage der Saalräume bestehe seit 1963 und müsse ersetzt werden.

Steuern werden steigen

Sanitäranlage, Küchenanlage, Beleuchtung und Bühneneinrichtungen sind ebenfalls in die Jahre gekommen und bedürfen einer Erneuerung. «Die Bühneneinrichtung und Bühnentechnik entspricht grösstenteils noch dem Originalzustand», hält die Vorsteherschaft fest. Sie ist zudem der Meinung, dass «die Mehrheit der Sanierungskosten auf die heutigen Bauvorschriften, die veraltete Haustechnik und dem in den letzten Jahren reduzierten Gebäudeunterhalt geschuldet sind». Die Gegner des Projekts halten die Zusammenlegung der Büroflächen nicht für notwendig und bezeichnen die Baukosten als unverhältnismässig hoch. Die Sanierung halten sie für notwendig. Die Baukosten mit Ersatzneubau belaufen sich auf 8,5 Millionen Franken, ohne den Neubau auf 7,5 Millionen Franken. Die evangelische Kirchgemeinde ist im Besitz einer Liegenschaft an der Anderwertsrasse und wird, bei einer Zustimmung zum Projekt, diese verkaufen. Die Vorsteherschaft schätzt den Ertrag auf 1,3 Millionen Franken. Dieser werde zweckgebunden eingesetzt. Eine Steuerfusserhöhung um fünf Prozent sei auch bei einer reinen Sanierungslösung nicht zu umgehen, heisst es in der Botschaft. Eine Senkung sei nach bereits fünf Jahren wieder möglich.

Kurt Peter