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Ralph Huber, Schulleiter Primarschule Bernegg; Markus Blättler, Vize-Präsident Primarschulbehörde.
1/1 Bild: jus Ralph Huber, Schulleiter Primarschule Bernegg; Markus Blättler, Vize-Präsident Primarschulbehörde.
10.04.2018 15:15

iPad im Unterricht: «Eine riesen Kiste»

Nach den Sommerferien kommt manch eine Lehrperson erst richtig ins Schwitzen, denn ab dem Schuljahr 18/19 werden für die Viertklässer der Primarstufe persönliche iPads im Unterricht eingeführt. Der Umgang damit ist nicht ganz neu, doch eine intensivere Integration der Geräte im Lernprozess fordert vor allem die Lehrpersonen heraus.

Kreuzlingen Gemäss dem Lehrplan der Volksschule Thurgau soll ab dem neuen Schuljahr der Fachbereich Medien und Informatik (M & I) in den Kreuzlinger Schulen gelehrt werden. Dabei ist M & I kein eigenes Fach: «Die Herausforderung für die Lehrpersonen ist hier M & I im Unterricht parallel zu lehren», so Ralph Huber, Leiter der Primarschule Bernegg und aktiv in der Organisation der Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) an den Kreuzlinger Schulen. Ebenso wie Sozialkompetenzen müsse ein Mathelehrer den sinnvollen Umgang mit dem iPad im herkömmlichen Fachunterricht lehren. Das geschehe teils schon heute, es gebe aber pro Klasse erst vier iPads aus einem Pool, an denen dann gemeinsam gearbeitet werde. Nach den Sommerferien stellen die Kreuzlinger Schulen allen Schülerinnen und Schülern in der vierten Klasse ein persönliches iPad zur Verfügung. «Bei sieben Klassen werden das 140 Geräte sein», meint Huber.

Er betont, dass vor allem die Lehrpersonen vor einer grossen Aufgabe stehen: «Der Unterricht muss dann brutal strukturiert werden. Für Lehrer ist das eine riesen Kiste.»

Dienst an der Gesellschaft

Markus Blättler, Vize-Präsident der Primarschule und Präsident der ICT, sagt dazu: «Medien und digitale Geräte sind heute allgegenwärtig. Damit muss man umgehen können.» Das sei eine Aufgabe, die die Schule meistern müsse. «Wir stellen uns jetzt dieser Aufgabe.» Bereits seit zehn Jahren ist ICT im Einsatz. Lehrpersonen werden seit acht Jahren konsequent weitergebildet und geschult, wie sie den Unterricht mit neuen Medien sinnvoll gestalten können. Ausserdem sind die Eltern gefragt: «Ein wichtiger Teil wird, sie im Umgang mit dem Gerät zu unterstützen», so Blättler. Dafür finden spezielle Elternabende statt, denn die iPads sollen nicht «missbraucht», sondern wirklich zum Lernen genutzt werden. Sie können zentral kontrolliert werden und selbst die Eltern könnten z.B. die Social Media Funktion von Zuhause aus ausstellen. Huber und Blättler betonen, dass nicht der gesamte Unterricht über die iPads läuft, und auch das «haptische» Buch nicht verschwinden wird. Huber: «Es steht und fällt mit den Lehrpersonen, wie sie die Geräte sinnvoll einsetzen und wann sie sie weglassen.»

Judith Schuck