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«High Noon beim Regierungsgebäude: Mach mit!»: v.l. Edith Wohlfender, SBK Berufsverband Pflege, Eliane Wenger, Mitglied Frauenzentrale, Annina Villiger, Präsidentin Frauenzentrale, Antonella Bizzini, Leiterin Infostelle Frau+Arbeit.
1/1 Bild: z.V.g. «High Noon beim Regierungsgebäude: Mach mit!»: v.l. Edith Wohlfender, SBK Berufsverband Pflege, Eliane Wenger, Mitglied Frauenzentrale, Annina Villiger, Präsidentin Frauenzentrale, Antonella Bizzini, Leiterin Infostelle Frau+Arbeit.
03.06.2019 08:00

Frauen im Thurgau streiken

Schweizweit streiken Frauen am 14. Juni und wollen somit ein Zeichen setzen. «Gleichberechtigung geht alle etwas an», sind sich die Frauen einig. Auch die Frauenzentrale Thurgau und der Berufsverband Pflege Ostschweiz organisieren einen Frauenstreik.

Weinfelden Für viele ist es der erste Frauenstreik, für jene, die bereits 1991 dabei waren, der zweite. «Die Forderungen von damals haben sich in den 29 Jahren nur teilweise erfüllt», sagt Annina Villiger, Präsidentin der Frauenzentrale Thurgau. Fakt ist: Immer noch hat es viel weniger Frauen in der Politik und in führenden Positionen. Ein gleichberechtigter Vaterschaftsurlaub ist immer noch nicht realisiert und die Löhne zwischen Frauen und Männern nicht gleichgestellt. Vordergründig scheine sich die Gleichberechtigung verbessert zu haben, so Villiger. «In Wahrheit ist es aber meistens doch noch die Frau, die die Mehrbelastung in Haus und Familie trägt. Darum steckt sie bei der Erwerbsarbeit eher zurück und trägt auch die Konsequenzen dieser Entscheidung. Nach längeren Unterbrüchen ist es anspruchsvoll, ins Berufsleben zurückzukehren. Eine tiefere Rente im Alter ist die Folge.» Klar sind darum auch die Äusserungen auf dem Flyer der Frauenzentrale: «Lohngleichheit ist in der Verfassung verankert. Der Kanton Thurgau will sich trotzdem nicht dafür einsetzen, dass sämtliche Arbeitgebende, die von öffentlichen Aufträgen und Subventionen profitieren, Massnahmen treffen, um in ihrem Unternehmen Gleichstellung zu gewährleisten und zu fördern.»

Am Frauenstreik kann frau sich Gehör verschaffen: Eigene Anliegen dürfen «deponiert» werden. «Wer mag, kann seine Forderung formulieren und an Regierungspräsident Jakob Stark überreichen, oder durch Anwesenheit einfach Solidarität bekunden», so die Präsidentin der Frauenzentrale Thurgau.

Treffpunkt ist am 14. Juni um 12 Uhr vor dem Regierungsgebäude in Frauenfeld. Dort wird Regierungspräsident Jakob Stark ein Forderungskatalog übergeben.

Infos unter: www.frauenzentrale-tg.ch/de/politik/parlamenthalbehalbe.php

Angelina Rabener