z.V.g.
Laut Schulpräsident Andreas Wirth sei es keine Option, die Sommerferien in den Frauenfelder Schulen auf drei Monate zu verlängern.
1/1 z.V.g. Laut Schulpräsident Andreas Wirth sei es keine Option, die Sommerferien in den Frauenfelder Schulen auf drei Monate zu verlängern.
04.07.2019 09:02

Drei Monate Sommerferien für Thurgauer Schulen?

Bei 30 Grad sei es in Schulhäusern kaum auszuhalten. Dies sagt Beat W. Zemp, Präsident des Lehrerverbandes Schweiz. Schülern fordern deshalb drei Monate Sommerferien. Wie ist die Situation in regionalen Schulhäusern? Wir haben mit Seraina Perini und Andreas Wirth gesprochen.

Kreuzlingen/Frauenfeld Drei Monate Sommerferien und dafür wird die Schulzeit um ein Jahr verlängert oder alle anderen Ferien werden gestrichen. Die Idee stammt von Schülern. Beim Lehrerverband Schweiz trifft sie auf offene Ohren. Doch ist das Vorhaben auch in Ostschweizer Schulen umsetzbar? «Nein», meint Andreas Wirth, Präsident Schulen Frauenfeld, «die heutigen familiären, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen sind darauf nicht ausgerichtet.» Weiter glaubt Wirth, dass die Idee grundsätzlich nicht weiter zu verfolgen ist. Berufstätige Eltern hätten kaum die Möglichkeit, ihre Kinder während einer solch langen Zeit selber zu betreuen.

30 Grad im Schulzimmer

Bei der Sommerhitze könne man nicht mehr arbeiten, klagen einige Schüler. Auch Beat W. Zemp, Präsident des Lehrerverbandes Schweiz bestätigt dies gegenüber der Zeitung 20 Minuten: «Wenn 30 Grad im Juni normal werden, ist es in Schulhäusern nicht mehr auszuhalten.» Wirth meint dazu: «Es gibt viele Berufsfelder, in denen die Mitarbeitenden um einiges härtere Bedingungen während einer längeren Zeitdauer zu ertragen haben. In der Schule hat man die Möglichkeit, teilweise auf die heissen Tage zu reagieren und das Programm anzupassen.» Ähnlich wie Wirth argumentiert auch Seraina Perini, Schulpräsidentin von Kreuzlingen: «Was würde geschehen, wenn wir den Eltern mitteilen, dass die Sommerferien statt fünf Wochen neu von Juli bis Ende September gehen? Wir können nicht davon ausgehen, dass einfach jemand da ist und Zeit hat. In den südlichen Ländern funktionieren die langen Sommerferien nur, wenn Grosseltern fit sind und die Betreuung übernehmen können. Dass der Unterricht bei 30 Grad und mehr aber schwierig ist, ist Perini bewusst. Jedoch sieht sie andere Möglichkeiten, als den Unterricht für drei Monate zu unterbrechen: «Es gibt ja nebst den Schulhäusern verschiedenste Lernorte. Falls die 30 Grad im Juni die Norm werden, müssen wir dem sicher Rechnung tragen.»

Verzicht auf alle anderen Ferien?

Ebenfalls gegen eine Verlängerung der Sommerferien ist Bildung Thurgau. Der Vorschlag von drei Monaten Sommerferien sei verlockend und lokale Anpassungen seien notwendig, eine Verlängerung der Sommerferien lehne man aber ab. Jedoch sagt Anne Varenne, Präsidentin von Bildung Thurgau: «Das Lernen mit einer Klasse bei hohen Innentemperaturen ist unzumutbar und gesundheitsschädigend. Es müssen schnell effiziente Massnahmen ergriffen werden wie Wechsel in kühlere Räume, Klimaanlage installieren oder innerhalb der Gemeinde in anderen Räumen den Unterricht durchführen.» Und sie sieht trotz Ablehnung auch Vorteile der dreimonatigen Sommerpause. «Die Schüler könnten der Hitze besser ausweichen, sich mehr abkühlen, ausruhen und es würden weniger Klimaanlagen gebraucht.» Jedoch überwiegen laut Varennes Aussagen die Nachteile. «Mit drei Monaten Sommerferien müsste entweder ein zusätzliches Schuljahr absolviert werden oder sonst fast alle Ferien gestrichen werden.»

Von Tamara Schäpper