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Eine bessere Klimapolitik interessiert auch Schülerinnen und Schüler aus Kreuzlingen und Konstanz, die kürzlich auf die Strasse gingen und demonstrierten.
1/1 tas Eine bessere Klimapolitik interessiert auch Schülerinnen und Schüler aus Kreuzlingen und Konstanz, die kürzlich auf die Strasse gingen und demonstrierten.
07.06.2019 08:00

Die Chancen der Energiewende nutzen

Kreuzlingen soll als gutes Beispiel vorangehen und in einem «Green Deal» wirksame Massnahmen zum Klimaschutz ausarbeiten. Das verlangt eine Interpellation der Gemeinderatsfraktion SP/Gewerkschaften/Juso.

Kreuzlingen Nach dem Vorbild des von US-Präsident Franklin D. Roosevelt lancierten «New Deals» seien in den vergangenen Jahren als Reaktion auf die vorherrschende Klimakrise die Idee eines sogenannten «Green Deals» entwickelt worden, schreibt die Fraktion in der Interpellation. Der «Green Deal» kombiniere Roosevelts Idee, die Wirtschaft zu fördern und mit modernen Klimaschutzmassnahmen wie beispielsweise die Förderung erneuerbarer, sauberer Energie und Ressourceneffizienz. Anfang des Jahres habe der bürgerlich geprägte Grosse Rat Graubündens einen Vorstoss für einen Aktionsplan mit Zweidrittelmehrheit gutgeheissen, heisst es weiter.

Schaffung neuer Arbeitsplätze

«Der Bündner Vorstoss weist darauf hin, dass die bisherigen Bestrebungen zum Klimaschutz nicht ausreichen, um die Ziele der Pariser Klimaabkommens, welches die Klimaerwärmung auf 1,5 Grad beschränken will, zu erreichen», schreibt die Fraktion. Eine rasche Intensivierung der Klimaschutzmassnahmen auf allen staatlichen Ebenen, die deutliche Steigerung der Effizienz in der Energie- und Ressourcennutzung und umfassende Nachhaltigkeit in der Abdeckung der verbleibenden Bedürfnisse seien daher dringliche Notwendigkeit. «Der Umstieg auf saubere und erneuerbarer Energie hätte dabei nicht nur eine positive Auswirkung auf das Klima, sondern fördert auch die Schaffung neuer Arbeitsplätze in diesem Sektor», argumentiert die Fraktion. Der Kanton Thurgau verfolge seit längerem einen energiepolitischen Kurs, der stärker auf erneuerbare Energien und höhere Effizienz in der Energienutzung setzte, heisst es weiter. Dennoch sei das Potenzial der Energiewende im Kanton längst nicht ausgeschöpft.

Als gutes Beispiel vorangehen

«Kreuzlingen könnte als zweitgrösste Stadt im Kanton Thurgau mit gutem Beispiel vorangehen und in einem 'Green Deal für Kreuzlingen' wirksame Massnahmen zum Klimaschutz ausarbeiten», heisst es in der Interpellation. Mit einem «Green Deal für Kreuzlingen» könne die Stadt die Chancen der Energiewende nutzen, um der Klimaerwärmung entgegenzuwirken und gleichzeitig die städtische Wirtschaft anzustossen. Die Gemeinderatsfraktion fordere den Stadtrat «angesichts der vorherrschenden Bedrohung durch die Klimaerwärmung dazu auf, einen Massnahmenkatalog 'Green Deal für Kreuzlingen' auszuarbeiten, der eine Intensivierung des Klimaschutzes durch konkrete Massnahmen vorsieht». Der Katalog solle auch einen möglichen Finanzierungsplan sowie gegebenenfalls die Anpassung gesetzlicher Grundlagen enthalten», heiss es abschliessend in der Interpellation.

Kurt Peter