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Die Kandidatinnen Eva Dall Dosso (links) und Brigitta Engeli stellten sich den Fragen von Patrick Eich.
1/1 kp Die Kandidatinnen Eva Dall Dosso (links) und Brigitta Engeli stellten sich den Fragen von Patrick Eich.
06.05.2019 11:52

Die beiden Kandidatinnen stellten sich vor

Am 19. Mai wird ein Mitglied in die Sekundarschulbehörde Kreuzlingen gewählt. Mit Eva Dal Dosso und Brigitta Engeli stellen sich zwei Kandidatinnen zur Verfügung, die am 2. Mai anlässlich eines Podiumsgesprächs Red und Antwort standen.

Kreuzlingen Schulpräsidentin Seraina Perini begrüsste Gäste, die beiden Kandidatinnen und Podiumsleiter Patrick Eich im Singsaal der Sekundarschule Pestalozzi. Die Schulbehörde als oberstes Organ habe die strategische Leitung, sei zuständig für die Ausrichtung, setze Schwerpunkte und erstelle den Finanzplan. «Dafür braucht es Personen mit grosser Portion gesundem Menschenverstand, mit Neugier, der Bereitschaft, sich auf Themen einzulassen sowie zeitlicher Flexibilität und Teamwork».

Herausforderungen gesucht

Auf die Frage von Patrick Eich nach der Motivation und die persönlichen Fähigkeiten für das Amt sagte Eva Dal Dosso, dass «ich gerne strategisch und vorausschauend arbeite, Durchsetzungsvermögen habe und finanzsicher bin». Derzeit sei sie Mitglied in der Primarschulbehörde Weinfelden, der Wechsel in die Sekundarschule sei eine grosse Herausforderung. «Geplant war die Kandidatur in die Kreuzlinger Behörde nicht, aber wir ziehen am 1. Juli nach Kreuzlingen und es ist Zufall, dass die Ersatzwahl jetzt stattfindet».

Brigitta Engeli sah in ihrem Beruf grosse Vorteile. Sie sei Psychologin und habe daher, durch ihre Arbeit im Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst, grossen Einblick in Familien in Not. «Ich sehe, was es an Prävention braucht und will mich für die Chancengleicheit einsetzen». Das fange früh an und am Beispiel Kantonsschule sagte sie: «Die Herkunft der Jugendlichen sollte nicht dafür ausschlaggebend sein, wer an die Prüfung geht und wer nicht».

Parteien spielen Nebenrolle

Angesprochen auf den Untersuchungsbericht über den Rücktritt des ehemaligen Schulpräsidenten René Zweifel stellten beide den Persönlichkeitsschutz über das Interesse der Öffentlichkeit. Das bisherige Behördenmitglied Toni Waltisberg war für Bau und EDV zuständig, für beide Kandidatinnen nicht ihre Kernkompetenzen, wie sie sagten. Das Wissen könne man sich aneignen, meinte Eva Dal Dosso und Brigitta Engeli sah «Fragen, die von aussen kommen als spannenden Beitrag». Eva Dal Dosso tritt für die CVP an, Brigitta Engeli für die Grünen. Für beide aber stand die Sachpolitik im Vordergrund. «Die eigene Sichtweise wird eingebracht, entschieden wird sachlich», meinten sie.

Die ideale Sekundarschule fördere die Jugendlichen entsprechend ihrem Potenzial, sagte Eva Dal Dosso. «Und es ist eine Schule, in der Lehrer gerne arbeiten und die Jugendlichen rückblickend von schönen Zeiten reden». Für Brigitta Engeli stand die gute Stimmung im Schulhaus im Vordergrund und dass die Jugendlichen gerne lernten. Sie mahnte aber auch mehr Freizeit an: «Die Schülerinnen und Schüler brauchen ein grosses Fenster für Hobbies, sollen in der Freizeit Verantwortung übernehmen, das heisst: Weniger Indoor-Medien, mehr Outdoor-Aktivitäten».

Infrastruktur, Kinder und Bildung

Die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule sei wichtig, Erziehungs- und Bildungsauftrag hätten sich zunehmend verwoben, sagte Eva da Dosso.

Eltern müssten den Rahmen schaffen, damit Kinder funktionieren könnten, meinte Brigitta Engeli. «Investitionen sind notwendig, damit die modernen Lernformen durchgeführt werden können und sie sind daher auch gegeben», erklärte Eva Dal Dosso zu dieser Thematik. «Die Schule muss in Lehrer und Kinder investieren, die Infrastruktur muss zudienen», zeigte sich Brigitta Engeli überzeugt.

Die Kandidatinnen

Eva Dal Dosso ist 52jährig, ist verheiratet und hat drei Söhne. Sie ist seit neun Jahren Mitglied in der Primarschulbehörde Weinfelden und zieht mit der Familie auf den 1. Juli nach Kreuzlingen.

Brigitta Engeli ist 46jährig, hat drei Töchter und arbeitet für den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst.

Kurt Peter