08.11.2018 11:55

Vier Männerstimmen und die Liebe

Männergesang-Liebeszwang: David Lang bittet zum Liebestaumel. Die zweite "Männergesang"- Konzertreihe überrascht mit feinsinnigen, lust- und humorvollen Kompositionen, in denen ein Auge auf Sonnenseiten und Schattenwinkel der Liebe geworfen wird.

Region Das Konzept von alt und neu hat der künstlerische Leiter David Lang beibehalten: Romantisches Liedgut trifft auf seine zeitgemässen Kompositionen. Das über 200 Jahre alte "Heidenröslein" trifft auf die wunderschöne "Pamela" des 21. Jahrhunderts. Die verhängnisvolle "Loreley" aus dem 19. Jahrhundert hat ein Rendez-vous mit "Jasmin", die nur mal eben Zigaretten holen ging. Alle Konzertdaten sind am Ende aufgeführt.

Mitten im musikalischen Liebesrausch glitzern vier Highlights: David Lang führte Interviews mit Liebespaaren und verarbeitete die gehörten Geschichten zu kunstvollen Kompositionen. Zusammen mit Chasper Mani, Raphaël Favre und Reto Hofstetter bringt er diese Stücke nebst bekannten Vokalwerken der Romantik stimmgewaltig zum Klingen.

„Durch die Interviews erhielt ich ein sehr farbiges Bild von Liebe und Liebesbeziehungen. Die Begegnungen waren geprägt von Offenheit und Humor. Sehr erfrischend."

Mit viel Gespür breitet David Lang einen aus über 17 Kompositionen gewobenen Klangteppich aus. Zehn der Lieder stammen aus seiner nimmermüden Feder. Mit gepflegtem Humor beschreiben die kurzweiligen Stücke Situationen, Stationen und Stagnationen der Liebe. Oder in einem Lied ganz einfach: Wie ein kleines Hündchen dem Liebesglück im Wege stehen kann. Von Friedrich Silcher (1789-1860) erklingen die "Loreley" und "In einem kühlen Grunde", von Franz Schubert nebst den genannten das sphärisch-mystische "Gesang der Geister über den Wassern", das im Männergesang-Programm 2017 einen grossen Erfolg feierte.

Mit überraschenden Einlagen wird der Konzertabend für das Publikum zu einem sehr unterhaltsamen und kurzweiligen Eintauchen in das Meer der Liebe. Zum Schluss des Konzerts erklingt sinnigerweise David Langs Vertonung des Gedichts "Müde bin ich, geh zur Ruh".

Es basiert auf dem Text von Luise Hensel, einer Frau, die sich der weltlichen Liebe entzog und ein Leben als Nonne führte. Ihre Liebe galt keinem irdischen Wesen und war wohl frei von Eifersucht und Ansprüchen.

red

Aufführungen

15. November 2018: Steckborn, Katholische Kirche I 19.30 Uhr

16. November 2018: Weinfelden, Rathaussaal I 19.30 Uhr

17. November 2018: Frauenfeld, Kirche St. Johann Kurzdorf I 19.30 Uhr

18. November 2018: Stein am Rhein, Kirche Burg I 19 Uhr

Reservation unter: www.kulturbuero-schaefer.com

Eintritt: 30 Franken