06.11.2018 09:51

Klimawandel und Heiligenverehrung im ehemaligen Bistum Konstanz

Kreuzlingen Der hl. Wendelin zählt zu den populärsten Heiligen. Allein im Bistum Konstanz, zu dem einst weite Teile der Schweiz gehörten, sind über 400 Kultorte belegt. Seit der Verschlechterung des Klimas im 14. Jahrhundert und dem Schwarzen Tod, der großen europäischen Pestepidemie zwischen 1347 und 1351, wird der Bauern-, Hirten und Viehpatron auch als Nothelfer gegen die Naturgewalten, für gedeihliche Witterung, gute Ernte sowie als Pest- und Seuchenheiliger verehrt. Vergleicht man die Entwicklung des Klimas in der sogenannten Kleinen Eiszeit (14. – 19. Jh.) mit den Kultbelegen, so ist eine frappierende Korrelation zwischen den um bis zu 2 Grad absinkenden Temperaturen und dem verstärkten Heiligenkult zu beobachten. Bei der hauptsächlich von der Almwirtschaft lebenden bäuerlichen Bevölkerung in der Voralpenlandschaft der Innerschweiz war die Verehrung des hl. Wendelin besonders stark ausgeprägt. Der Referent, Dr. Fredy Meyer, ist Historiker. Schwerpunkte seiner Arbeit sind Heiligenverehrung, Reliquienkult und Patrozinienforschung. Der Vortrag findet am Mittwoch, 14. November um 18 Uhr im Museum Rosenegg statt.

red