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N'Goni-Harfen in verschiedenen Grössen
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N'Goni-Harfen in verschiedenen Grössen
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Klangbad am Bodensee.
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Judith Novak an der N'Goni-Harfe.
4/5 Bild: jus Judith Novak an der N'Goni-Harfe.
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Gründungsteam Kompass der Freude e.V.
5/5 Bild: z.V.g. Gründungsteam Kompass der Freude e.V.
17.10.2018 00:00

Klangbäder zur Tiefenentspannung

Wer kennt das Gefühl nicht, wenn einem beim Hören eines Songs oder im Konzert ein Schauer über den Rücken läuft? Klang hat einen sehr unmittelbaren Zugang zu unserem Empfinden. Besonders «leicht greifbar für's Ohr» ist die Fünfton-Musik. Diese Wirkung macht sich der Verein «Kompass der Freude» zu Nutzen, denn sie haben die afrikanische N'Goni-Harfe für sich entdeckt.

Tägerwilen Was man nicht alles aus Kürbissen machen kann, könnte man beim Anblick der westafrikanischen Stegharfe denken: Die untere Hälfte ihres Korpus besteht aus einem Kalebassenkürbis, der obere Teil ist mit Tierhaut bezogen, was man sogleich zum Trommeln benutzen möchte. Doch ist das Fell ursprünglich als Klangkörper gedacht und von der Stabilität nur zum leichten Klopfen für den Rhythmus geeignet.

Judith Novak aus Tägerwilen ist Gründungsmitglied des Vereins «Kompass der Freude», der im Dezember 2017 ins Leben gerufen wurde. «Uns geht es darum, in einer Zeit, in der durch die Schnelllebigkeit viele Menschen die Orientierung verlieren und trotz eines mega Lebensstandards oft unglücklich sind, Freude erfahrbar zu machen», erklärt Novak das Vorhaben. Initiiert habe den Verein Martin Schlögel, Musiktherapeut, aus Landsberg in Bayern. Er traf Novak, die ursprünglich Wirtschaft studierte, aber dann eine Feng-Shui-Ausbildung machte, bei einem Friedenskulturprojekt. Er war es auch, der ihr die N'Goni-Harfe in die Hand drückte und sagte: «Spiel mal». Erst habe sie Hemmungen gehabt, da sie keinerlei Instrument beherrsche. Aber bei der N'Goni-Harfe könne man einfach so drauf los spielen. «Weil die Tonleiter aus fünf Tönen besteht, die alle harmonieren», meint Novak, «passt alles zusammen.»

Trommelbauer macht Harfe

Ursprünglich war die N'Goni eine Laute, die sich irgendwann zur Harfe wandelte. Jägerstämme in Mali bereiteten sich mit ihrer Musik auf die Jagd vor. «Sie spielten eher rhythmisch auf ihr, wir eher westlich-entspannend», sagt die Tägerwilerin. Auch Yoga hätten sie so schon begleitet.

Die Einfachheit des Spiels und die beruhigenden Töne faszinieren sie, selbst ihre Kinder spielen inzwischen N'Goni. Zwei grosse mit 12 und zwei kleine mit 8 Saiten besitzen sie in der Familie, es gibt sie in unterschiedlichsten Ausführungen. Hergestellt werden sie bei Twice Percussion, eigentlich einem Trommelbauer in Liestal bei Basel. Ihm habe mal jemand eine N'Goni-Harfe hingelegt und gefragt, ob er das nachbauen könne, und so kam Martin Schlögel auf diese Harfe.

N'Goni on Tour

Das aktuelle Projekt von «Kompass der Freude» ist, die entspannende, positive Wirkung dieses Instruments bekannter zu machen: «Wir probieren aus, wie man Klang einsetzen kann.» Neben Konzerten treffen sich die Mitglieder des «N'Goni-Orchesters» und alle Interessierten zum gemeinsamen Spiel. Besonders schwärmt Novak vom «Klangbad», wenn möglichst viele Spielerinnen und Spieler ein harmonisches «Zusammenklingen» erreichen. Neben Konzerten besuchten sie bereits Altersheime sowie einen Reitstall, um die Wirkung des Klang aufs Tier auszuprobieren, und auch Flüchtlingsheime. «Im Altersheim hörten die meisten Leute lieber zu, während die Flüchtlinge gerne selbst spielten. Sie genossen das sehr und manche fühlten sich auch an daheim erinnert.» Und selbst das Pferd schien die N'Goni-Klänge zu geniessen, «eines legte uns den Kopf auf die Schulter während des Konzerts», erzählt die ehemalige Wirtschaftsfrau.

Wer Lust habe, dieses exotische und einfach zu spielende Instrument einmal auszuprobieren, könne sich bei ihr melden:

xumbalu.de, kompassderfreude.de.

Judith Schuck