15.11.2018 16:54

Zur Abstimmung Thurfeldstrasse

Wer von aussen auf die Abstimmungen in Weinfelden vom 25. November 2018 blickt, kann momentan nur den Kopf schütteln. Zwar ist die Abbruchbewilligung der Arbeiterhäuser an der Thurfeldstrasse rechtens, aber dabei stellen sich verschiedene Fragen: Was wäre passiert, wenn der Heimatschutz den Rekurs weitergezogen hätte? Hätte Herr Meyerhans da nicht auch mit dem Abbruch warten müssen? Wieso müssen die Weinfelder-Bürger über zwei Initiativen abstimmen, wenn der Ausgang schon klar ist: Die Bagger sind ja bereits am Abreissen? War im Gemeiderat Weinfelden niemand Manns oder Fraus genug, um einen vorläufigen Stopp des Abbruchs bis nach der Abstimmung zu erwirken? Oder, anders gefragt: Was waren die eigentlichen Gründe, Zwänge und Interessen des Gemeinderats, dass so eine absurde Situation entstehen konnte? Für alle Beteiligten ist die Lage unbefriedigend, für die Bewohner der Thurfeldstrasse jedoch besonders hart: Bereits wurden sechs Häuser der Siedlung abgerissen. Die verbleibenden fünf Parteien mussten dabei zusehen und sich vorstellen, wie es in kurzer Zeit ihren eigenen Häusern ergeht. Jeder Umzug ist an sich nicht leicht, vor allem, wenn man vielleicht sein Leben lang am gleichen Ort gewohnt hat oder wenn man schon älter ist. Auf diese Weise wird es aber noch schwieriger und ist äusserst unangenehm, um nicht zu sagen pietätslos. Das Ganze ist eine vertrackte Geschichte und traurig für die Gemeinde Weinfelden.

Barbara Lustenberger, Märstetten