11.01.2019 14:33

Windkraft im Thurgau

Die Planung für Windkraftwerke im Thurgau läuft auf Hochtouren. Im Endausbau sollen 33 Giganten von bis zu 210m Höhe und 120m Rotordurchmesser 10-15% unseres Stroms produzieren. Bereits liegen Projektentwürfe für Thundorf (7 Windräder), Salen-Reutenen (7) und Braunau-Wuppenau (4) vor. Die restlichen 15 Kraftwerke sind in Eschlikon/Littenheid (5), Ottenberg (6) und Cholfirst (4) vorgesehen. Hierzu haben die beiden Vereine „Pro-Salen-Reutenen“ und „Lebensqualität Braunau-Wuppenau“ auf ihrer Homepage sehr eindrückliche Visualisierungen aus verschiedenen Perspektiven und Distanzen aufgeschaltet. Die gigantische Wucht solcher Ungetüme wird einem klar vor Augen geführt. Der Thurgau würde seine Erscheinung völlig verändern. Vom Mittelthurgau aus gesehen gäbe es keinen Horizont mehr ohne diese Strom-Industrie-Anlagen. Zur penetranten Sichtbarkeit kämen weitere Beeinträchtigungen, v.a. Schattenwurf, Disco-Effekt, aerodynamischer Lärm, Infraschall usw., welche in Machbarkeitsstudien meist verharmlost oder gar nicht erwähnt werden. Ebenfalls nirgends vorgerechnet wird der exorbitante Beton-, Wald- und Landverbrauch. Sind wir wirklich bereit, unseren schönen Thurgau für diesen Preis der Energiewende zu opfern? Wollen wir wirklich uns und unseren Nachkommen, die dereinst in verdichteten Ortschaften leben müssen, die wichtigen Erholungsgebiete unwiederbringlich versauen? Sind wirklich alle anderen Möglichkeiten der zeitgemässen Energiegewinnung ausgeschöpft? Noch ist es nicht zu spät! Wehret den Anfängen! Wie unsere Vorfahren, die den Seerheinhafen bei Tägerwilen und die Überbauung des einmalig schönen Seeburgparks in Kreuzlingen verhindert haben. Wir danken es ihnen heute. Der Kanton lädt die Bevölkerung ein, sich bis zum 24. Januar zum vorliegenden Entwurf „Richtplanänderung Windenergie“ zu äussern. Tun wir es! Der Bericht liegt auf jeder Gemeindeverwaltung auf oder ist beim Amt für Raumentwicklung abrufbar.

Ueli Trösch, Tägerwilen