26.08.2019 10:39

Und nochmals zum Stadthaus

Die bevorstehende Initiative zur Freihaltung der Festwiese vor dem Bärenplatz ist nur eine Konsequenz des folgenschweren Fehlers des seinerzeitigen Stadtrats, ein Projekt zur Abstimmung zu bringen das eigentlich gar nicht zum Wettbewerb hätte zugelassenen werden dürfen, da es nicht den Bauvorschriften entsprach. Wenn jetzt von Zwängerei gesprochen wird, so gilt dasselbe für die damalige Vorlage, wo kühn davon ausgegangen wurde, man werde die Ausnahmebewilligung für die Überlänge schon erhalten. Das war Spekulation, und auch die bis jetzt aufgelaufenen Kosten für die Detailprojektierung basieren auf dieser Spekulation, diesen Vorwurf muss sich der damalige und der heutige Stadtrat gefallen lassen, da der Schuss bis jetzt ja ziemlich nach hinten losgegangen ist. Immerhin sind die Arbeiten an diesem Projekt nach weiser Einsicht mittlerweile eingestellt worden. Zum Projekt und der damaligen Darstellung habe mich schon früher geäussert und ich kann nur wiederholen: das Bild mit der Visualisierung des neuen Stadthauses ist eine Weitwinkelaufnahme mit den für solche Aufnahmen üblichen Verzerrungen. So wie auf dem Bild gezeigt, mit Standort vor der Parkapotheke, würde ein Betrachter dieses Stadthaus nie sehen können ohne den Kopf von rechts nach links drehen zu müssen, der Weitwinkel des menschlichen Auges ist dazu zu klein. In die gleiche Kerbe schlägt auch ein Hinweis, dass erst mit der Erstellung der Visiere die tatsächlichen Dimensionen dieses Gebäudes sichtbar werden. Man gehe nur einmal vom Dreispitz zwischen St. Ulrich und den Visieren hinauf auf die Festwiese, die Visiere erscheinen als entsünde hier ein Wolkenkratzer. Von einem eleganten Flachbau wie die Visualisierung suggeriert kann in Wirklichkeit nicht die Rede sein. Sicher, es sind Kosten entstanden, das ist schmerzlich, aber dabei wurde auch know how erarbeitet der nicht ganz verloren ist. Es ist noch nicht zu spät und würde in Anbetracht des Vergangenen und des mit Sicherheit noch zu Erwartenden niemand zum Vorwurf gereichen, wenn jetzt nach Möglichkeiten gesucht würde wie man aus dieser Spirale aussteigen könnte, und es ist ja nicht verboten, gescheiter zu werden.

Ado Trautmann, Kreuzlingen