01.07.2019 13:30

Schule Thurgau, wohin?

Drei gravierende Streitfälle in der thurgauischen Schullandschaft erschüttern seit geraumer Zeit viele Bürger. Unschwer sind erschreckende Parallelen auszumachen. Machtgehabe, fachliche, soziale und kommunikative Inkompetenzen, Misstrauen, Verfilzungen usw. scheinen vermehrt über pädagogische Grundsätze zu triumphieren.

Fakten und Fragen zum Fall Kreuzlingen:

- Laien massen sich an, die Leistungen eines Schulpräsidenten als ungenügend zu taxieren, seinen neuen (pädagogischen) Stil zu torpedieren und ihn schliesslich während seiner krankheitsbedingten Pause auszubooten. Was legitimiert sie zu solch rufschädigenden, persönlichkeitsverletzenden Massnahmen?

- Wie unabhängig ist eine UK, die von einer Konfliktpartei bestellt und bezahlt wird?

Fakten und Fragen zum Fall PHTG:

- Einem fristlos entlassenen Kadermitarbeiter wird noch gut zwei Jahre lang auf Kosten der Steuerzahler der volle Lohn ausbezahlt (an die Fr. 500´000.-). Was steckt dahinter?

- Wie ernst muss man Gerüchte nehmen, die besagen, dass aus dem Hochschulrat heraus dem Kanton zusätzlich weitere Summen in Rechnung gestellt wurden? Horrende Stundenansätze sollen für das Verfassen von zahlreichen Antwortschreiben auf besorgte Bürgerbriefe verrechnet worden sein!

Fakten und Fragen zum Fall Wigoltingen:

- Die juristisch ausgebildete Schulpräsidentin stellt sich bedingungslos hinter einen in der Volksschule gänzlich unerfahrenen Schulleiter.

- Die Argumente und Fakten der aktiven, voll in der Verantwortung stehenden Lehrkräfte gelten nichts!

Der Grosse Rat ist das oberste Aufsichtsorgan unseres Kantons. Die Schulbehörden sind autonome Körperschaften. In beiden Fällen gilt: Alle Mitglieder stehen in der Pflicht. Bisher sind es leider lediglich vier oder fünf mutige Grossräte, die sich öffentlich vernehmen liessen. Ihnen gebührt Dank und Anerkennung! Wann wagen sich endlich mehr von den Verantwortlichen aus ihrer Komfortzone?

Hanspeter Schär, Kreuzlingen