27.12.2018 09:10

Glauben verloren?

Um die Weihnachtszeit machen sich wieder mehr Menschen Gedanken um Religion und Glauben. So hört man allenthalben, die Menschen würden immer mehr den Glauben verlieren. Die Kinder glauben immer früher nicht mehr an den Samichlaus und an das Christkind. Auch die Erwachsenen würden immer mehr den Glauben verlieren, mindestens an Gott oder besser ihren Gott. Hier ein Erklärungsversuch von einem Normalbürger und das in aller Bescheidenheit: Wenn man genau zuhört und auch liest, dann ist der Glaube bei den Erwachsenen noch mindestens so verbreitet wie früher. Wir glauben halt an etwas anderes - immer mehr an das Geld und an das Finanzsystem. Dieser Glaube ist berechtigt. Man muss keine einschlägige Hochschule besucht haben, um zu konstatieren, an das weltweite Finanzsystem kann man nur glauben, auch wenn wir wissen, dass es existiert. Ab was nützt uns eine Religion oder ein Finanzsystem, wenn wir uns nicht darauf verlassen können? Die, auch nach dem zweiten Weltkrieg immer noch stattfindenden Kriege, sprechen auch nicht für einen Glauben an Gott - aber das muss jede und jeder selber wissen. Mit den regelmässig auftretenden und wiederum zu erwartenden Börsencrashes, ist auch der Glaube ans Finanzsystem (Religion) und an das Geld (Gott) in Frage zu stellen. Wir wissen, was seit geraumer Zeit weltweit, europaweit und auch in der Schweiz mehr oder weniger aus dem Ruder läuft: Die Bildungspolitik, die Klimapolitik, die Landwirtschaftspolitik, die Wirtschaftspolitik, die Sicherheitspolitik, die Raumplanungspolitik, die Umweltpolitik, die Gesundheitspolitik, die Politik um das Älterwerden, etc. pp. - und warum das? Weil alles auf der am weitesten verbreiteten Religion, der Finanzpolitik basiert und weil wir an den über Alles erhabenen Gott, das liebe Geld glauben. Oh nein, wir haben den Glauben nicht verloren, wir werden uns aber in diesem verlieren - wenn wir nicht bald aus ihm erwachen. Unsere Kinder machen es uns schon mal vor.

Jost Rüegg, Kreuzlingen