Leserbrief
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29.08.2019 09:29

Freie Festwiese mit hässlichem Parkplatz

Wenn man meine Ausführungen bzw. Fakten als Rundumschlag betrachten will, ist das nicht mein Problem. Aber man sollte doch bei der Wahrheit bleiben. Gewisse Aussagen sind sehr allgemein und an Scheinheiligkeit und Wahrheitsverdrehung kaum zu überbieten.

Fakten sind:

- dass ein gültiger Volksentscheid vorliegt und das Initiativkomitee die Demokratie mit Füssen tritt,

- dass sich der damalige Stadtrat Guido Leutenegger in der Presse am 27.03.2001 aufgrund einer Machbarkeitsstudie explizit für den Standort Festwiese ausgesprochen hat und nicht etwa für die Version Marktstrasse, damals war er für den Standort des Lobes voll… nun ja, offensichtlich hat er seine Meinung geändert,

- dass auch mit Dreispitzhalle noch genug Platz für das Stadthaus vorhanden ist, das sich notabene an der Rückseite der Halle befinden würde. Natürlich kann es sein, dass man LED-beleuchtete Betonfassaden mit Fenstern zumindest nachts reizvoll findet,

- dass beide vollständigen Stellungnahmen der Eidg. Kommission für Denkmalpflege selbst jetzt noch auf der Homepage der Stadt Kreuzlingen zu finden sind,

- dass bei der Auswertung des Archiktekturwettbewerbs und der Auswahl des Siegerprojektes immer eine Expertin des Denkmalschutzes des Kantons Thurgau (EDK) anwesend war. Diese wird sich sicher über die Behauptung freuen, dass das Projekt in verschiedener Hinsicht die Bedingungen der EDK nicht erfüllen würde.

In einer Hinsicht allerdings stimmt aber die Behauptung, nämlich, dass (O-Ton der EDK) in erster Linie die sehr unbefriedigende, mit dem Parkplatz geradezu hässliche Situation im Bereich Festwiese zu klären sei. Dass dem immer noch so ist, kann aber wohl kaum dem Stadtrat angekreidet werden, das haben die Einsprecher und das Initiativkomitee zu verantworten.

Letztendlich aber ist die Freie Liste die eigentliche grosse Verliererin. Die damaligen Gemeinderäte der FL befürworteten am 15.11.2012 einstimmig den Standort Festwiese sowie am 8. September 2016 ebenso einstimmig das vorliegende Projekt Neubau Stadthaus, nachzulesen in den Gemeinderatsprotokollen auf der Homepage der Stadt. Drei dieser Gemeinderäte sind heute noch im Amt. Drei ihrer neuen Fraktions-Kollegen untergraben mit dieser Initiative gerade ihre Glaubwürdigkeit.

Barbara Hummel, Gemeinderätin und Steuerzahlerin, Kreuzlingen