20.11.2018 15:10

Bürgerliche Mehrheit im Kreuzlinger Gemeinderat verhindert die Unterzeichnung der «Charta für die Lohngleichheit im öffentlichen Sektor»

Am Donnerstag-Abend hat der Kreuzlinger Gemeinderat das Postulat der SP-Fraktion zum Beitritt der Charta «Lohngleichheit im öffentlichen Sektor» abgelehnt. Der Stadtrat hat sich in der Beantwortung des Postulates klar für die Unterzeichnung der Charta ausgesprochen. Gemeinderätin Charis Kuntemüller-Dimitrakoudis hat am Anfang der Debatte klar zum Ausdruck gebracht, dass es in dieser Sachfrage nur ein klares «Ja» geben kann, denn damit wird einer Gesetzesgrundlage, die seit über 35 Jahren in Kraft ist, noch mehr Gewicht zur Durchsetzung gegeben. Umso erstaunter mussten wir von einem geschlossenen rechtsbürgerlichen Lager aus EVP-FDP-SVP und Teilen der CVP die Gegenargumente zur Kenntnis nehmen. Mit einer Arroganz und jovialer Lässigkeit wurde das vorherrschende Rollenbild der Frau der letzten fünfzig Jahren zementiert, um damit aufzeigen zu können, dass eine Lohngleichheit illusorisch ist. Obwohl ein Grossteil der rechtsbürgerlichen Gemeinderäte Arbeitnehmer sind und von dieser Forderung profitieren könnten, wird eine Grundhaltung bereits im Grundsatz abgewürgt. Zusätzlich stellt sich die Frage, ob diese Gemeinderäte, die diese Charta ablehnen, als Arbeitgeber und Arbeitnehmer in führenden Positionen die Lohngleichheit in ihrem Betrieb überhaupt gewährleisten oder sich dadurch sogar Vorteile verschaffen wollen. Erstaunlich ist auch, dass die rechtsbürgerlichen Frauen diese konservative und Frauen diskriminierende Haltung mit unterstützen. Ich hoffe, dass der Stadtrat, trotz der Ablehnung im Gemeinderat diese Charta unterzeichnet und sich damit für die Lohngleichheit im öffentlichen Sektor weiterhin vorbildlich einsetzt.

Cyrill Huber, Gemeinderat der SP Kreuzlingen