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V.l. Primarschulpräsident Thomas Wieland, Regierungsrat Walter Schönholzer, Gemeinderat Walter Strupler, Totalunternehmer Thomas Bornhauser und Baumantchef Martin Belz im kantonsweit ersten Minergie-A-Quartier in Weinfelden.
1/1 Bild: rab V.l. Primarschulpräsident Thomas Wieland, Regierungsrat Walter Schönholzer, Gemeinderat Walter Strupler, Totalunternehmer Thomas Bornhauser und Baumantchef Martin Belz im kantonsweit ersten Minergie-A-Quartier in Weinfelden.
08.11.2018 08:50

Nachhaltig und vorbildlich

Im Egelsee-Quartier endet mit der Sanierung der Maienrainstrasse eine lange Bauphase. Das Schulhaus Elisabetha Hess ist in Betrieb, die Wohnhäuser an der Nordstrasse sind bezogen, der Chluppenbach ist renaturiert und die Verbindungen für den Langsamverkehr sind erstellt. Beinahe unbemerkt entstand so das erste Minergie-A-Quartier im Thurgau.

Weinfelden «Und hätte es beim Schulhaus keinen Baustopp und somit eine einjährige Verzögerung gegeben, wäre es das erste Minergie-A-Schulhaus im Kanton geworden. Jetzt ist es das in Münchwilen», sagt Regierungsrat Walter Schönholzer, der das Projekt als Vorreiterolle im Bereich Energieeffizienz im Thurgau lobt. Für Primarschulpräsident Thomas Wieland sei von Anfang an klar gewesen, dass das Schulhaus im Minergiestandard gebaut werde, weile s einfach sinnvoll sei. «Geheizt wird im Schulhaus durch eine Solewasserpumpe, die im Sommer die nicht benötigte Wärme für den Winter speichert. Warmwasser wird mittels Solarthermie erzeugt und den Strom liefert uns die Photovoltaikanlage auf dem Dach», ergänzt Wieland seine Aussage.

Einheimisches Holz

Martin Belz, Chef vom Bauamt Weinfelden fügt an, dass fast zeitgleich, nördlich der Schulanlage, sechs Einfamilienhäusern erstellt wurden, die ebenfalls Minergie-A-zertifiziert sind. Und sass darüber hinaus in der neuen Turnhalle und in den Einfamilienhäusern ganz bewusst Schweizer Holz verbaut wurde, sei ebenfalls nachhaltig: «Dieser Baustoff zeichnet sich unter anderem durch einen geringen Anteil an grauer Energie aus», sagt Belz.

Totalunternehmer der Überbauung, Thomas Bornhauser, ist überzeugt von dem Energiekonzept im Egelsee-Quartier: «Nicht nur als Bauunternehmer, sondern auch als Gemeinderat und Präsident der Energiekommission.» Bornhauser wirbt dafür, dass auch andere Unternehmer einheimisches Holz verwenden.

Lebensraum Chluppenbach

«Im Zuge der Umgebungsgestaltung des Schulhauses hat die Gemeinde den Chluppenbach auf einer Länge von 300 Metern aus seinem Korsett befreit», sagt Martin Belz. Damit habe man nicht nur die Hochwasserrisiken für die Schule reduziert, auch ökologisch sei der Bachlauf enorm aufgewertet worden und biete Lebensraum für verschiedene Tiere und Pflanzen.

Ebenso ist auch die neue Verkehrsführung im Quartier mit der guten Verbindung des Langsamverkehrs ein Nachhaltigkeitsthema. «Brücken und ein Steg verkürzen die Wege der Schülerinnen und Schüler sowie der Quartierbewohner», so Belz. Hinzu kommt, dass neueste, gesteuerte LED-Leuchten, mit deutlich geringerem Stromverbrauch, im Quartier Wege und Strassen beleuchten. Belz: «Mittlerweile sind rund 300 neue LED-Leuchten in Betrieb. Weinfelden spart auch damit Strom.»

Angelina Rabener

Minergie A-Standard

Bauten, die den Minergie A-Standard erfüllen, produzieren pro Jahr mehr Energie als sie für Raumwärme, Wasserwärmung, Lüftung und alle weiteren elektrischen Geräte verbrauchen. Im Thurgau wurden bisher 32 000m2 Energiebezugsfläche im Minergie A-Standard realisiert, davon finden sich 13 500 m2 in Weinfelden.