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Hansjörg Huber wird am 25. August zusammen mit seinen Kameraden vom Verein Festungsgürtel Kreuzlingen die Bunkertüre des Kommandobunkers der Grenzbrigade 7 öffnen.
1/2 Bild: wn Hansjörg Huber wird am 25. August zusammen mit seinen Kameraden vom Verein Festungsgürtel Kreuzlingen die Bunkertüre des Kommandobunkers der Grenzbrigade 7 öffnen.
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Hansjörg Huber wird am 25. August zusammen mit seinen Kameraden vom Verein Festungsgürtel Kreuzlingen die Bunkertüre des Kommandobunkers der Grenzbrigade 7 öffnen.
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09.08.2018 00:00

Einblick in den Weinfelder Brigadebunker

Allen Generationen bietet sich am 25. August zwischen von 9 Uhr bis 17 Uhr die Gelegenheit, den Kommandobunker der einstigen Grenzbrigade 7 an der Schnellerstrasse in Weinfelden kennen zu lernen.

Weinfelden Nur mit einigem Kraftaufwand lässt sich die zwei Tonnen schwere Betontüre zum früheren Kommandoposten der Grenzbrigade aufstossen, hinter der sich ein bedeutender Abschnitt der Thurgauer Militärgeschichte zwischen 1942 und 1994 verbirgt. In der Kühle im Innern des Bunkers informieren Urs Ehrbar, Vizepräsident, und Hansjörg Huber, Vorstandsmitglied und verantwortlich für die Anlagen, beide vom Verein Festungsgürtel Kreuzlingen, über den Tag der offenen Bunkertüre vom 25. August. An diesem Tag werden der OK-Chef Werner Ilg und weitere 40 Helfer ihres Vereins allen Interessierten einen spannenden Einblick in die Zeit des Zweiten Weltkriegs und des danach folgenden Kalten Krieges geben.

Waffen, Bibliothek und Motorenraum

«Wir organisieren während des ganzen Jahres Führungen durch den Brigadebunker und nun  möchten wir der Bevölkerung die Möglichkeit bieten, im Rahmen eines Wettbewerbs mit zehn Fragen und mit Unterstützung zahlreicher Helfer die Anlage auf eigene Faust zu erkunden», sagt Hansjörg Huber. Er nennt die wichtigsten Komponenten des Bunkers: Eine umfangreiche Waffensammlung des inzwischen verstorbenen Weinfelders Walter Minder, Funk- und Telefongeräte aus dem ganzen 20.Jahrhundert, eine von Hans von Wyl betreute Bibliothek mit Militärliteratur, der Motorenraum mit in Betrieb gesetzten Generatoren, und schliesslich der  Küchenbereich. «Wir wollen allen Generationen in Erinnerung rufen, welche Anstrengungen während des Kalten Krieges im Bereich der Landesverteidigung im Kanton Thurgau unternommen wurden», ergänzt Vizepräsident Urs Ehrbar. Er erwähnt insbesondere, dass an diesem Tag rund um den Landwirtschaftsbetrieb Bommer, 200 Meter vom Bunker entfernt, ein Detachement der Rekrutenschule aus Frauenfeld 1:1 im Gelände die heutigen modernen Übermittlungs-Mittel der Armee präsentieren wird.

Kurzvorträge und Filmvorführungen

Aufmerksam machen möchten Ehrbar und Huber auch auf das mit Holz gefeuerte Kochkessi, auf dem Andy Buschauer und seine Helfer für die Besucher einen feinen Militärzmittag zubereiten werden. Auch Getränke stehen bereit, unter anderem der spezielle Bunkerwein aus Rebbergen der Gegend. Parkierungsmöglichkeiten gibt es beim Schützenhaus Hau, von wo der Bunker zu Fuss in fünf Minuten erreichbar ist, vom Dorfzentrum in zwanzig Minuten. Jede Stunde wird Ehrbar im Rahmen eines Kurzreferates im ehemaligen Führungsraum die Geschichte der Brigade im Kalten Krieg aufzeigen. «Bekannte militärische Persönlichkeiten wie Brigadier Ernst Mühlemann, Brigadier Roland Bertsch und Brigadier Franz Josef Harder haben in diesem Bunker ihre Kommandotätigkeit in der letzten Phase des Kalten Krieges ausgeführt», hebt Ehrbar hervor.

Er weist darauf hin, dass erste Teile des Bunkers zwischen 1942 und 1944 gebaut wurden und zwischen 1962 und 1965 die zweite grosszügige Ausbaustufe erfolgte. In den Jahren 1981 bis 1989 erfolgte die Modernisierung der Anlage und 1994 schliesslich  die Ausserdienststellung des Kommandopostens, der 2007 vom Verein Festungsgürtel Kreuzlingen käuflich erworben werden konnte. Ergänzend dazu zeigen die Verantwortlichen in der ehemaligen Kanzlei des Bunkers drei Filme: «Der Kalte Krieg», «Die Geschichte des Festungsgürtels Kreuzlingen» und „Aktivitäten an den Bunker-  Arbeitstagen». Die Veranstalter bieten ein attraktives Familienprogramm und rechnen mit mehreren Hundert Besuchern.

red