Bild: Stéphanie Tschanz
Ständerat Roland Eberle, Stellenleiterin Antonella Bizzini, Regierungsrätin Cornelia Komposch.
1/2 Bild: Stéphanie Tschanz Ständerat Roland Eberle, Stellenleiterin Antonella Bizzini, Regierungsrätin Cornelia Komposch.
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V.l. Annina Villiger, Präsidentin Frauenzentrale, Antonella Bizzini, Stellenleiterin Infostelle, Verena Wüthrich, Regula Gonzenbach, Isa Fuchs, Mitarbeiterinnen Infostelle.
2/2 Bild: Stéphanie Tschanz V.l. Annina Villiger, Präsidentin Frauenzentrale, Antonella Bizzini, Stellenleiterin Infostelle, Verena Wüthrich, Regula Gonzenbach, Isa Fuchs, Mitarbeiterinnen Infostelle.
08.10.2018 10:07

20 Jahre Infostelle Frau+Arbeit

Eine unerwartete Kündigung, ein kniffliges Mitarbeitergespräch, eine ausstehende Lohnzahlung, ein seltsames Arbeitszeugnis, Hände des Vorgesetzten am Körper der Mitarbeiterin ... seit 20 Jahren gibt es dazu Beratungen und konkrete Unterstützung bei der Infostelle Frau+Arbeit in Weinfelden.

Weinfelden Die Infostelle Frau+Arbeit ist eine Anlaufstelle für Fragen rund um das Erwerbsleben. Sie ist 1998 auf Initiative der Frauenzentrale Thurgau gegründet worden. Das Ziel war – und ist es noch heute – Unterstützung zu bieten, um die Gleichstellung im Erwerbsleben zu verwirklichen.

Würdigung von Regierungsrätin Cornelia Komposch

Am 03. Oktober 2018 hat die Frauenzentrale Thurgau zum Jubiläum der Infostelle nach Steckborn eingeladen. Die Frauenzentrale, vertreten durch ihre Präsidentin Annina Villiger, sorgt als Trägerschaft der Infostelle für gute Rahmenbedingungen. Frau Regierungsrätin Cornelia Komposch würdigte das Engagement der Infostelle und betonte die Nachhaltigkeit der Arbeit, die auch Auswirkungen habe auf das Selbstvertrauen der Ratsuchenden. Sie bedauerte, dass die Finanzierung der Infostelle trotz der Beitragserhöhung durch den Kanton Thurgau nicht definitiv gesichert ist.   Zahlreiche Gäste aus Politik und Verwaltung, aus Fachstellen und aus der Ärzteschaft, aber auch viele Gönnerinnen und Gönner haben mit ihrer Anwesenheit ihre Wertschätzung für die erfolgreiche Arbeit der Infostelle bekundet.

Wie alles begann

Was mit einem Pensum von 30 Stellenprozenten begann, ist unterdessen zu einer Fachstelle mit 260 Stellenprozenten verteilt auf vier Mitarbeiterinnen angewachsen. 1998 wurde die Juristin Antonella Bizzini mit der Aufgabe des Stellenaufbaus sowie der Arbeit als juristische Beraterin betraut. Ihre Beratungen waren bald so gefragt, dass sie ihr Pensum erweitern musste. 2002 wurde das Angebot der Infostelle mit einer Laufbahn- und Bewerbungsberatung ergänzt. Seither steigen die Beratungszahlen jährlich. Denn das interdisziplinäre Angebot war und ist noch immer für die Region als auch in der Schweiz einzigartig, es erleichtert sowohl den Zugang wie den Verbleib im Arbeitsmarkt.

2017 wurden 732 Personen beraten. Nicht darin erfasst sind 368 kostenfreie Beratungen per Telefon oder Mail. Das Themenspektrum reicht von juristischen Beratungen zur Gleichstellung am Arbeitsplatz über arbeitsrechtliche Probleme im Allgemeinen bis zu Fragen rund um die Ausstellung von korrekten Arbeitszeugnissen. Weiter werden Laufbahnfragen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, diverse Formen von Bewerbungsunterstützungen und Trainings zu Lohnverhandlungen behandelt bzw. angeboten. Auch Fragen zum beruflichen Wiedereinstieg nach Kündigung, Krankheit oder Trennung/Scheidung werden professionell beantwortet.

Die Beratungen sind niederschwellig ausgerichtet und die Tarife sehr günstig, so dass sich Kundinnen und Kunden (vermehrt wenden sich auch Männer an die Beratungsstelle) aus allen Einkommensschichten eine Unterstützung leisten können.

500 x 200 Franken zum Weiterbestehen der Infostelle

Bis 2016 hat der Bund die Infostelle Frau+Arbeit mit Finanzhilfen nach dem Gleichstellungsgesetz in der Höhe von 187'000 Franken unterstützt. Nach einer Übergangszeit von zwei Jahren fällt dieses Geld nun weg.

Die Kantone Thurgau, St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden leisten schon seit Jahren Beiträge an die Infostelle. Sie haben ihre finanzielle Unterstützung nach der Reduktion der Bundessubventionen erhöht, konnten den Wegfall jedoch nicht ganz kompensieren.

Das bestehende Beratungsangebot erhält viel Wertschätzung. Um dieses weiterhin anbieten zu können, werden ab 2019 jährlich 100'000 Franken benötigt. Das führte zum Club der 500.

Wenn 500 Personen und Institutionen jährlich eine Spende von mindestens 200 Franken tätigen, ist das Weiterbestehen des Angebots gewährleistet. Weitere Infos unter www.frauundarbeit.ch.

red