Archivbild: Foto Gaccioli Kreuzlingen
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10.09.2018 13:38

Mit viel Moral zum glücklichen Heimsieg

Ohne zu überzeugen gewannen die 1.-Liga-Männer des HSC Kreuzlingen beim 30:29 (14:16) gegen Appenzell auch ihre zweites Meisterschaftsspiel.

Handball Ein Punktgewinn der Appenzeller in der Egelseehalle wäre allerdings keinesfalls unverdient gewesen. Am Ende haderten die Gäste zurecht auch mit dem fehlenden Wettkampfglück. Der wurfgewaltige Spielertrainer Lukas Gamrat (ex-Stäfa/NLA) hatte zwei Sekunden vor der Schlusssirene nur den Pfosten getroffen und so den Ausgleich nur um wenige Zentimeter verpasst.

Die 60 Spielminuten davor waren ein Musterbeispiel dafür, wie man mit Motivataion, Einsatzwillen und Teamgeist einen auf dem Papier klar höher eingestuften Gegner in Bedrängnis bringen kann. Mit Appenzell wird aufgrund ihrer Leistung in Kreuzlingen auch in dieser Saison im Kampf um eines der vier Finalrunden-Tickets zu rechnen sein. Für die ambitionierten Thurgauer sollte der gleichermassen glücklich wie glanzlose Sieg über einen unangenehmen Widersacher ein Warnschuss vor den Bug gewesen sein. Vor allem die gesamte Defensive hat noch gewaltiges Steigerungspotenzial und konnte dem eigenen Anspruch über weite Strecken der Partie nicht gerecht werden.

Kreuzlinger Fehlstart

Während der Herausforderer aus Appenzell von der ersten Spielsekunde an voll bei der Sache war und mit viel Biss agierte, schienen es die Kreuzlinger zu Beginn ruhig angehen zu wollen. Definitiv etwas zu lethargisch! Nach nur 14 Spielminuten und einem 5:10-Rückstand sah sich Cheftrainer Marcel Keller deshalb bereits zu einem Team-Timeout genötigt. Seine Anweisungen fruchteten jedoch nur mit einiger Verzögerung. Erst in der Endphase dieser ersten Halbzeit vermochte der HSC dank eines endlich konzentrierteren Auftritts den zwischenzeitlichen Sechstore-Rückstand noch auf zwei Treffer zu reduzieren.

Ein Strohfeuer

Offenbar hatte Keller sein Team in der Pause besser auf den Gegner einstellen können. Mit einem Blitzstart machte der HSC aus dem 14:16-Rückstand eine 23:20-Führung. Die Gastgeber schienen nun endlich erwacht zu sein. Dieser Zwischenspurt entpuppte sich allerdings nur als Strohfeuer. Bald schon schlichen sich beim HSC wieder (zu) viele Fehler ein. Die Appenzeller – angeführt vom wurfgewaltigen Lukas Gamrat, dem unbequemen Kreisläufer Sven Sutter sowie sicheren Penaltyschützen – konnten das Skore mit dem 25:25 gut 13 Minuten vor dem Ende wieder ausgleichen. Damit wurde eine hitzige Schlussphase eingeläutet. Kreuzlingen hatte die Nase zwar meistens vorne, konnte sich aber nie entscheidend absetzen. Als Kreisläufer Sutter 200 Sekunden vor Schluss wieder zum 29:29 ausglich, schien auch eine Überraschung wieder möglich. Auf das 30:29 von Valon Dedaj fand Appenzell dann aber keine Antwort mehr. In den letzten zwei Minuten rannten die Gäste vergebens dem erneuten Ausgleich nach und hatten ganz zum Schluss mit ihrem Pfostenschuss auch noch Pech.

Drittes Heimspiel am Samstag

Die Kreuzlinger werden am nächsten Samstag erneut in der heimischen Egelseehalle antreten können. Sie empfangen um 18 Uhr die Pfader aus Neuhausen. Die Schaffhauser standen bislang erst einmal im Einsatz und verloren dabei in Romanshorn mit 24:25.

HSC Kreuzlingen – TV Appenzell 30:29 (14:16) SH Egelsee. – 160 Zuschauer. – Sr. Bienz/Stolley. Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Kreuzlingen, 3-mal 2 Minuten gegen Appenzell. Kreuzlingen: Perazic (1.-11./31.-60./5 Paraden), Bozin (11.-30./6 Paraden); Dedaj (3), S. Bärtschi, Briegmann (2), Maurer (1), Bär, Kappenthuler (2), Thür (2), Kun (4), Schneider (10/3), Fricker (4/2), Gyuris (2). – Trainer: Marcel Keller. Appenzell: Bischof (1.-21./3 Paraden), Graf (21.-60./8 Paraden); Lu. Manser (1), Inauen (2), Schneider (2), S. Manser (7/4), Bischof, Rigas (3), Loser (1), Gamrat (4), Clavien, La. Manser, Valaulta (4/3), Sutter (5). – Trainer: Andreas Wild/Lukas Gamrat. Penaltystatistik: Kreuzlingen 5/7, Appenzell 7/8. Bemerkungen: Kreuzlingen ohne Zeller und Gasser (beide verletzt), Färber, Heim und Mettler (alle überzählig).