Wer die Zeit als Rentner geniessen möchte, sollte sich schon im Vorfeld mit der Vorsorge für die Rente beschäftigen.
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1/1 Wer die Zeit als Rentner geniessen möchte, sollte sich schon im Vorfeld mit der Vorsorge für die Rente beschäftigen. Bild: pixabay.com
07.09.2018 08:26

Vorsorge für die Rente: Säule 3 wird immer wichtiger

Lange galt das Schweizer Rentensystem als europäisches Vorbild für die Altersvorsorge. Heute steht fest: Die Vorsorgelücken werden grösser. Die dritte Säule des Schweizer Rentenprinzips – die freiwillige Vorsorge – gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Die drei Säulen der Altersvorsorge

Mit dem Drei-Säulen-Prinzip sollen nicht nur Versicherte im Alter, bei Invalidität oder Todesfall, sondern auch deren Angehörige abgesichert sein.

Die erste Säule ist die obligatorische staatliche Vorsorge und setzt sich aus Alters- und Hinterbliebenenversicherung (AHV) sowie Invalidenversicherung (IV) zusammen. Auch die Arbeitslosenversicherung (ALV) und die Erwerbsersatzordnung (EO), die bei Mutterschaft oder langem Militärdienst greift, sind Teile der ersten Säule. Sie sichert im Alter oder bei Invalidität die Existenz.

Die zweite Säule besteht aus der beruflichen Vorsorge. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die bereits in der ersten Säule versichert sind und über ein Jahreseinkommen von mindestens 21.150 Franken verfügen, ist die berufliche Vorsorge gesetzlich vorgeschrieben. Selbstständige können sich dieser Pensionskasse freiwillig anschliessen.

Die dritte Säule fusst auf der freiwilligen, privaten Vorsorge. Sparen Erwerbstätige individuell für die Altersvorsorge, profitieren sie dabei von steuerlichen Vorteilen. Das Ersparte wird in der Regel erst nach Eintritt in das Rentenalter ausgezahlt.

Nicht jeder Schweizer kennt und nutzt die Säule 3a

Die garantierten Renten der ersten und zweiten Säule fallen immer niedriger aus und erfüllen gerade einmal 60 bis 75 Prozent des Vorsorgeziels: Nur rund zwei Drittel des letzten Lohns werden von Säule 1 und 2 abgedeckt. Die private Vorsorge von Säule 3a schliesst diese Einkommenslücke und sichert den Lebensstandard für den Ruhestand.

Versicherte müssen zwischen Säule 3a und Säule 3b unterscheiden. Säule 3a wird auch als gebundene Vorsorge bezeichnet. Sie ist nur für Erwerbstätige mit Wohnsitz in der Schweiz gedacht. Die Beiträge für die Vorsorge werden auf ein Konto eingezahlt. Auf das Vorsorgeguthaben müssen die Sparer keine Vermögenssteuer entrichten. Säule 3b gilt als freie Vorsorge und kann von jeder Person weltweit getroffen werden. Höhe und Häufigkeit der Einzahlungen sind frei wählbar. Auch sonst gelten keine besonderen Einschränkungen.

In einer repräsentativen Umfrage, dem sogenannten Vorsorgemonitor, hat die Zürcher Grossbank UBS 2016 herausgefunden: 52 Prozent der Schweizer nutzen die Säule 3a im Hinblick auf die Pensionierung. Diejenigen, die nicht mit Säule 3a sparen, gaben als häufigsten Grund (36 Prozent) an, zu wenig Geld dafür übrig zu haben. 15 Prozent der Nichtsparer haben keine Arbeit, keinen Lohn oder empfinden die Vorsorge als zu früh. 14 Prozent denken, diese Art der Vorsorge lohnt sich nicht oder sie haben Alternativen. Fünf Prozent kennen die Säule 3a nicht.

Private Vorsorge individuell gestalten mit Experten

Dabei bietet die dritte Säule vielseitige individuelle Vorsorgemöglichkeiten und sollte so früh wie möglich, am besten mit Eintritt ins Berufsleben, in Betracht gezogen werden. Auch Günther Blaich, Geschäftsführer des Finanzberatungsunternehmens Swiss Life Select, weiss: «Die private Altersvorsorge wird immer wichtiger», und betont: «Gleichzeitig erfordern die Niedrigzinsen ein Umdenken in der Geldanlage.» Er und seine Berater empfehlen immer häufiger, die private Vorsorge auch mit Wertpapieren zu gestalten: «Die Bereitschaft, sich wieder auf Fonds einzulassen, steigt.» Mit erfahrenen Experten wie von Swiss Life Select sind Versicherte grundsätzlich gut beraten. Die Berater kennen die passenden Produkte für jede Bedürfnislage und können unabhängig von den Lebensumständen eine solide Vorsorge im Sinne des Drei-Säulen-Prinzips gestalten.

pd