Bild: Affenberg Salem
Storchen-Senior Peter mit der Storchenbeauftragten Sylvia Altheimer (3. Erwachsene v.l.)
und Besuchern bei seinem Spaziergang an der Hofschänke des Affenbergs Salem.
1/1 Bild: Affenberg Salem Storchen-Senior Peter mit der Storchenbeauftragten Sylvia Altheimer (3. Erwachsene v.l.) und Besuchern bei seinem Spaziergang an der Hofschänke des Affenbergs Salem.
22.07.2018 00:00

Affenbabys und Storchen-Opa sorgen für Spass

Besucher des Affenbergs Salem beim Bodensee wissen, dass sie es hier mit einem besonderen Park zu tun haben. Denn die natürliche Lebensweise der Tiere steht hier an oberster Stelle und bietet zugleich ideale Beobachtungsmöglichkeiten ohne trennende Zäune.

Dabei dürfen sich jedoch manche Tiere etwas mehr herausnehmen als andere – und keiner ist ihnen böse. Das sind zum einen die süssen Affenbabys der rund 200 Berberaffen im grossen Freigehege. Die meisten der Affenjüngsten starten schon zu ersten eigenen Erkundungen. Das sieht oft sehr drollig aus, wirkt manchmal gewagt, aber – da die ganze Affenbande achtgibt – passiert ihnen dabei nichts. Eher souverän und im Bewusstsein seiner Privilegien ist Peter, mit seinen 32 Jahren einer der ältesten Störche am Affenberg. Der durch Handaufzucht an Menschen gewöhnte Storchensenior holt sich schon an der Storchenküche erste Leckereien ab, stolziert sodann durch die Besucher hindurch bis zur Storchenwiese, um unterwegs und bei der Fütterung weitere feine Happen zu ergattern. Kein Wunder, dass auch ihn alle mögen und über diese keineswegs übliche Zutraulichkeit staunen. Übrigens: Peter ist auch dieses Jahr wieder Papa von 3 Jungstörchen geworden und daher natürlich besonders begierig nach Futterquellen.

«Peter gehört noch zu der ersten Generation der Adebare, mit denen das Storchenprogramm am Affenberg Salem 1978 begann und der damals von Hand aufgezogen wurde. Er bleibt mit rund 20 anderen Störchen auch über den Winter hier», erklärt Parkleiter und Biologe Dr. Roland Hilgartner. «Peter zählt in Baden-Württemberg zu den ganz wenigen Störchen, die solch ein stattliches Alter haben. Im Gegensatz zu all unseren anderen hier frei lebenden Störchen ist er nicht scheu», ergänzt die Storchenbeauftragte des Parks, Sylvia Altheimer. Doch er hat es nicht immer einfach. Da Peters Langzeitpartnerin bei einer Kollision mit einem Auto ums Leben kam, konnte er seinen Horst alleine nicht mehr halten und wurde verjagt.

Glücklicherweise hat er eine neue Partnerin gefunden, mit der er schliesslich in diesem Frühjahr ein neues Nest baute und drei Jungstörche aufzog. «Da wir alle unsere Tiere wissenschaftlich begleiten, können wir Peter insgesamt 55 Jungstörche zuordnen, die er bisher mit viel Hingabe umsorgt hat. Da ist klar, dass wir unserem hoch betagten und doch so fitten Storch kleine Extra-Happen gewähren.» Sein Charme scheint auch bei den Besuchern zu wirken, von denen er auf seinem Spaziergang durch das Hof-Areal immer wieder etwas ergattert.

Entsprechend ihrem Instinkt trauen sich die kleinen Affenbabys nicht so nah an die Besucher. Da sind es eher die älteren Geschwister und erwachsenen Tiere, die sich aus den Händen der Besucher das gratis ausgegebene Popcorn als kleines Dessert zu ihrem vielseitigen Menü holen. Auf die nähere Umgebung sind die Jüngsten der cleveren Berberaffen jedoch sehr neugierig und erkunden alles bis hin zu ersten tollpatschigen Kletterversuchen. Hat sich eines zu weit hoch gewagt oder droht es unsanft zu fallen, so hilft gleich einer der aufmerksamen Verwandten. Und wer trotz misslicher Lage partout nichts dazu lernen will, wird auch mal am nächsten Versuch gehindert. So manche Besucher mit Kindern kommen da ins Schmunzeln.

pd