Bild: AVK Bruno Leitz
Aufnahme der Mondfinsternis vom September 2015.
1/2 Bild: AVK Bruno Leitz Aufnahme der Mondfinsternis vom September 2015.
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Bruno Leitz, Präsident der Astronomischen Vereinigung Kreuzlingen: «Unsere Programme sind differenzierter und ruhiger als Dokus im Fernsehen.»
2/2 Bild: bg Bruno Leitz, Präsident der Astronomischen Vereinigung Kreuzlingen: «Unsere Programme sind differenzierter und ruhiger als Dokus im Fernsehen.»
18.07.2018 00:00

Zwei astronomische Highlights im Juli

Gegen Ende Juli zeigt sich am Nachthimmel ein ganz besonderer, astronomischer Leckerbissen. So kommt es am Abend vom 27. Juli über Europa zu einer totalen Mondfinsternis und gleichzeitig befindet sich auch Mars in Opposition und ist daher ganz besonders gut zu beobachten.

Kreuzlingen Eine totale Mondfinsternis ist bei uns im Durchschnitt alle 15 Monate zu beobachten und kann immer nur bei Vollmond stattfinden. Da die Umlaufbahn des Mondes schräg zur Umlaufbahn der Erde um die Sonne geneigt ist, läuft der Vollmond in der Regel ober- oder unterhalb vom Erdschatten durch. Nur bei richtiger Konstellation kann es vorkommen, dass der Mond in den Erdschatten eintritt und sich so verdunkelt.

Ein Jahrhundertereignis

Die kommende Mondfinsternis ist aber eine ganz besondere, es ist die Längste des ganzen 21. Jahrhunderts. Während 1 Stunde und 43 Minuten ist der Mond in den Schatten der Erde gehüllt. Schon kurz nach Mondaufgang beginnt um 21.30 Uhr die Phase der Totalität und der Mond erscheint in einem rötlichen Licht. Erst um 23.13 Uhr gibt der Erdschatten den Mond langsam wieder frei. Die lange Dauer hat damit zu tun, dass der Mond sich am erdfernsten Punkt der Umlaufbahn befindet. Dadurch wirkt der Mond nicht nur etwas kleiner als bei den letzten Finsternissen, er ist zudem auch sehr langsam.

Mars ganz nah

Am gleichen Tag sorgt aber auch der Mars dafür, dass dem Astronomen das Herz höherschlägt. Wenn sich Sonne, Erde und Mars auf einer Linie befinden, spricht man von einer Mars-Opposition. Mars befindet sich in Erdnähe und kann zudem die ganze Nacht beobachtet werden. Das die Umlaufbahn vom Mars um die Sonne stark exzentrisch ist, gibt es grosse Unterschiede bei der Distanz Erde – Mars. Dieses Jahr steht Mars mit 57.6 Millionen Kilometer so nahe der Erde wie selten, im Jahr 2027 wird der Abstand dann 101.4 Millionen Kilometer betragen.

Heller als Jupiter

Dem geneigten Himmelsbeobachter wird jetzt schon am südwestlichen Morgenhimmel ein ausgesprochen heller, leicht rötlicher leuchtender Punkt aufgefallen sein. Da Mars im Moment so nahe zur Erde steht, erscheint er uns auch dementsprechend hell und überstrahlt dabei sogar noch den hellen Jupiter. Ein idealer Moment, mit einem Teleskop einen Blick auf unseren roten Nachbarplanten zu richten.

Aus Anlass des zufälligen Zusammentreffens dieser beiden Ereignisse haben viele Sternwarten Ihre Türen für Besucher geöffnet. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen und den Himmel wolkenfrei halten. Während man den hellen Mars noch während einigen Wochen gut beobachten kann, muss man sich für die nächste Mondfinsternis bis zum 21.Januar 2019 gedulden. 

Astronomische Vereinigung Kreuzlingen, Bruno Leitz