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Raimund Disch hofft, dass er in Zukunft noch mehr Betroffene und Angehörige in der Demenz-Anlaufstelle in Kreuzlingen unterstützen kann.
1/2 Bild: z.V.g. Raimund Disch hofft, dass er in Zukunft noch mehr Betroffene und Angehörige in der Demenz-Anlaufstelle in Kreuzlingen unterstützen kann.
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«Weg vom ‹Schreckgespenst›»: Maria Petersen hofft, dass sich die Demenz-Anlaufstellen in Zukunft noch stärker als erster Ansprechpartner etablieren.
2/2 Bild: z.V.g. «Weg vom ‹Schreckgespenst›»: Maria Petersen hofft, dass sich die Demenz-Anlaufstellen in Zukunft noch stärker als erster Ansprechpartner etablieren.
06.08.2018 10:46

«Wollen noch mehr Leute erreichen»

Vor einem Jahr hat Alzheimer Thurgau acht Demenz-Anlaufstellen im ganzen Kanton eröffnet – jeweils eine auch in Kreuzlingen und Weinfelden. Die Verantwortlichen ziehen eine positive Bilanz, machen aber gleichzeitig Potenzial aus. Gerade finanzielle Bedenken führten dazu, dass Betroffene zurückhaltend seien.

Kanton In der Bevölkerung bestehe ein grosses Bedürfnis nach Informationen rund um Demenz. Das habe sich im vergangenen Jahr bestätigt, sagt Sophie Fritsche, Geschäftsleiterin von Alzheimer Thurgau. Der Verein hat im Sommer 2017 seine Aktivitäten verstärkt und eine Vielzahl von Informationsanlässen und Angeboten für Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen lanciert. «Die Angebote sind jeweils schnell ausgebucht.»

Beratung ist kostenlos

Fritsche stellt aber auch fest, dass Zurückhaltung herrscht, wenn es darum geht, persönliche Beratung in Anspruch zu nehmen. So gebe es in den acht Demenz-Anlaufstellen, die Alzheimer Thurgau vor einem Jahr zusammen mit Pro Senectute eröffnet hat, noch Potenzial. Raimund Disch leitet die Anlaufstelle an der Parkstrasse 8 in Kreuzlingen. Er macht die Erfahrung, dass finanzielle Bedenken oft das grösste Hindernis sind, nicht schon früher Informationen, Beratung und Entlastung einzuholen. Genau hier setzt die Demenz-Anlaufstelle an. Kostenlos berät der diplomierte Sozialarbeiter darin Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Bei Bedarf vermittelt er den Kontakt zu weiteren Fachpersonen.

Netzwerk weiter ausbauen

Maria Petersen betreut die Demenz-Anlaufstelle an der Rathausstrasse 17 in Weinfelden. Sie stellt fest, dass Demenz in der Öffentlichkeit nach wie vor als «Schreckgespenst» dargestellt werde. Das habe oft zur Folge, dass Demenz von Betroffenen und ihrem Umfeld verdrängt und nicht professionell angegangen werde. Maria Petersen hofft, dass sich die Demenz-Anlaufstellen in Zukunft noch stärker als erster Ansprechpartner etablieren. Zudem soll die Zusammenarbeit mit Ärzten und weiteren Fachstellen, die im vergangenen Jahr bereits gut angelaufen sei, intensiviert werden.

Gesprächstermine in den Demenz-Anlaufstellen können via Telefon oder E-Mail vereinbart werden: 071 626 55 44, anlaufstellen@alz.ch

red