Bild: z.V.g.
Beat Brüllmann, Chef Amt für Volksschule, und Heinz Leuenberger, Präsident des Verbands der Thurgauer Schulgemeinden, sprachen an einer Medienorientierung über die Entwicklungen der Schüler- und Lehrerzahlen und besuchten danach die schulinterne Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer in Aadorf.
1/2 Bild: z.V.g. Beat Brüllmann, Chef Amt für Volksschule, und Heinz Leuenberger, Präsident des Verbands der Thurgauer Schulgemeinden, sprachen an einer Medienorientierung über die Entwicklungen der Schüler- und Lehrerzahlen und besuchten danach die schulinterne Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer in Aadorf.
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Beat Brüllmann, Chef Amt für Volksschule, und Heinz Leuenberger, Präsident des Verbands der Thurgauer Schulgemeinden, sprachen an einer Medienorientierung über die Entwicklungen der Schüler- und Lehrerzahlen und besuchten danach die schulinterne Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer in Aadorf.
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09.08.2018 08:55

Die Volksschule wächst − und wird digitaler

Die Zahl der Schülerinnen und Schüler an den Thurgauer Volksschulen steigt auf 29 850. Das sind 1,8 % mehr als im Vorjahr. Das Wachstum wird mittelfristig weiter anhalten. Bislang finden sich genügend Lehrpersonen für den Thurgau. Ein grosses Thema für Schulgemeinden und Kanton ist die Zukunft der Schulen in einer digitalisierten Welt.

Kanton Am kommenden Montag werden rund 2590 Kindergärtner und Kindergärtnerinnen erstmals ihr Znünitäschli packen. Damit wächst die Zahl der Kinder und Jugendlichen an der Volksschule um 1,8 % auf insgesamt rund 29 850. Am stärksten ist das Wachstum mit 4 % im Kindergarten. Mittelfristig ist von einem weiteren Wachstum auf allen Stufen auszugehen. Rund 810 Schülerinnen und Schüler verfügten 2017 über einen Sonderschulstatus. Die Sonderschulquote betrug 2017 2,8 % und ist damit gegenüber dem Vorjahr um 0,1 % gestiegen. Über 20 % der Sonderschülerinnen und Sonderschüler werden im Rahmen von Integrativen Sonderschulungen in den Regelklassen beschult.

Mit dem Wachstum der Schülerinnen- und Schülerzahlen steigt auch die Anzahl der Lehrpersonen um 1,9 % auf rund 2 150 Vollzeitäquivalente. Anders als zum Beispiel im Kanton Zürich verlief die Stellenbesetzung im Thurgau problemlos. Am schwierigsten gestaltet sich die Suche bei den Schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen. Beat Brüllmann, Chef des Amts für Volksschule, sieht in der problemlosen Stellensituation einen Beleg für die gute Arbeit in den Thurgauer Schulgemeinden: «Offenbar sind unsere Schulen − nicht primär wegen des Lohns − attraktive Arbeitsorte. Das gilt es zu erhalten.» Eine gemeinsame Arbeitsgruppe des Kantons, der Verbände der Schulgemeinden, Schulleitungen und Lehrpersonen sowie der Pädagogischen Hochschule Thurgau beobachten den Stellenmarkt für Lehrpersonen genau und lancieren bei Bedarf gemeinsame Massnahmen, dies insbesondere mit Blick auf die Vorschulstufe.

Digitalisierung als doppelte Herausforderung

Digitalisierung ist auch für die Schulen ein grosses Thema. Für die Schulen bedeutet die Digitalisierung eine doppelte Herausforderung. Zum einen müssen sie die Schülerinnen und Schüler auf ein selbstbestimmtes Leben in einer digitalisierten Welt vorbereiten. Welche Kompetenzen im Bereich Medien und Informatik sind dafür notwendig? Zum anderen geht es um die Frage, wie die Schule digitale Hilfsmittel und Strukturen für den Unterricht nutzen kann. Heinz Leuenberger, Präsident des Verbands der Thurgauer Schulgemeinden, spricht von einer vielschichtigen Herausforderung, der sich die Schulen zurzeit stellen: «Es geht sowohl um technische, pädagogische, organisatorische und finanzielle Aspekte.» Als Schulbehörde gelte es, dafür die richtigen strategischen Rahmenbedingungen zu setzen. Eine mögliche Hilfe bietet dabei der kantonale «Orientierungsrahmen Schule und Digitalisierung», der eine Übersicht zu den strategischen und operativen Herausforderungen in diesem Bereich bietet.

Weitere Klärung bietet der Modullehrplan Medien und Informatik. Er ist Bestandteil des neuen Lehrplans Volksschule Thurgau. Darin werden im Bereich Medien Kompetenzen im Hinblick auf einen selbstbestimmten und kritischen Umgang mit neuen Medien aufgezählt. Im Bereich Informatik geht es um Grundkenntnisse über digitale Technologien und des Programmierens. Die Umsetzung des Modullehrplans Medien und Informatik gibt den Schulen positive Impulse, sich mit den verschiedenen Aspekten der Digitalisierung auseinanderzusetzen. Ein weiterer zentraler Baustein ist die Weiterbildung der Lehrpersonen in diesem Bereich. Mit einem Weiterbildungsobligatorium für die Lehrpersonen setzte der Thurgauer Regierungsrat im vergangenen Oktober ein Zeichen bezüglich der Bedeutung der Thematik. Bezüglich Umfang und Inhalten der Weiterbildungen werden allerdings keine Vorgaben gemacht. Die Lehrpersonen sollen sich ausgehend von ihrem individuellen Kompetenzstand weiterbilden.

I.D.