Bild: z.V.g.
Die Restaurierungsarbeiten konnten von der Bevölkerung begutachtet werden.
1/1 Bild: z.V.g. Die Restaurierungsarbeiten konnten von der Bevölkerung begutachtet werden.
02.09.2018 00:00

Deckengemälde bald in neuem Glanz

Derzeit laufen die Restaurierungsarbeiten an der Chordecke der Basilika St. Ulrich. Nach gut 30 Jahren sind wieder Arbeiten nötig geworden, 140 000 Franken hat die Kirchgemeindeversammlung dafür zur Verfügung gestellt.

Kreuzlingen 20 Meter über dem Boden des Chores befindet sich eine grosse Plattform. Hier wird eifrig gearbeitet, denn die Decke soll sich in rund einem Monat wieder in altem Glanz zeigen. Restauratorin Doris Warger kennt sich aus mit den Deckengemälden: «Bereits 1989/1990 habe ich meine erste grössere Restaurierung hier durchführen können, nun bin ich froh, 30 Jahre später wieder vor Ort zu sein». Der Zahn der Zeit nagt an der Decke: Die Gemälde müssen gereinigt und schadhafte Stellen repariert werden. «Es handelt sich hier um Wartung und Kontrolle», beschreibt Doris Warger ihre Arbeit».

Kerzen, Besucher, Heizung

Die Verschmutzung an der Decke hat viele Ursachen. So positiv der Anschluss an das Heizwerk Campus auch sei, die Holzfeuerung bringt durch die Umwälzlüftung auch Staub in die Kirche», erklärt Kirchenpfleger Simon Tobler. Die zahlreichen Besucher und vor allem die vielen brennenden Kerzen leisteten ebenso ihren Beitrag zur Verschmutzung. Dennoch: «Das grosse Bild ist in einem guten Zustand, aber die Darstellung über dem Hauptaltar sind schon bei der letzten Restaurierung sehr mürbe gewesen. Hier sind Hohlstellen entstanden und einzelne Putzteile bereits ausgebrochen», erklärt Doris Warger.

Geschaffen wurde das Werk in der Mitte des 18. Jahrhunderts durch den Maler Franz Ludiwg Hermann, der unter anderem auch die Stefanskirche in Konstanz und die Kirche in Ittingen künstlerisch gestaltete. Das Hauptdeckengemälde im Chor trägt den Titel «Die Überbringung der Herzreliquie des hl. Augustinus» und entstand 1765. Glück im Unglück beim grossen Brand: Das Chorgewölbe stürzte nicht ein, die Schäden am Deckengemälde hielten sich in Grenzen.

Hoffen auf Beiträge

Von 1959 bis 1961 fand die Hauptphase der Restaurierung der Basilika statt. Diese Arbeit vor dem Brand stellten sich danach als Glücksfall heraus. Während und nach der Restaurierung entstand eine umfangreiche Bild- und Plandokumentation. «Dadurch konnten die Deckengemälde nach dem Brand in ihrer ursprünglichen Darstellung wieder hergestellt werden», weiss Doris Warger. Auch ihre erste Restaurationsarbeiten wurden detailliert dokumentiert und «das machen wir natürlich auch bei den momentan laufenden Arbeiten». So könnten spätere Restauratoren auf eine umfangreiche Dokumentation zurückgreifen.

Die Basilika St. Ulrich steht seit 1951 unter denkmalpflegerischer Betreuung durch Kanton und Bund, das Bauwerk steht unter Bundesschutz. «Wir erhoffen uns daher Beiträge an die Kosten», meint Simon Tobler. Die entsprechenden Anträge an Bund, Kanton und Stadt seien jedenfalls bereits geschrieben und  abgeschickt.

Kurt Peter