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Die Beiträge an die zukunftsorientierte Psychiatrie-Entwicklung werden erhöht.
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10.08.2018 00:00

Beiträge an die Zukunftsorientierte Psychiatrie-Entwicklung werden erhöht

Der Regierungsrat des Kantons Thurgau regelt die Finanzierung der Angebote der Zukunftsorientierten Psychiatrie-Entwicklung (ZUPE) rückwirkend auf den 1. Januar 2018 und für die kommenden Jahre bis 2022 neu. 2018 wird zu diesem Zweck der Spital Thurgau AG ein Beitrag von 1,5 Millionen Franken gewährt. Dieser erhöht sich bis 2022 auf 1,746 Millionen Franken.

Kanton Im Rahmen der Zukunftsorientierten Psychiatrie-Entwicklung setzt die Spital Thurgau AG seit dem 1. Juli 2011 drei ambulante spitalgebundene Angebote zur Förderung der Versorgung in der Erwachsenenpsychiatrie ein. Hauptziel ist es, die gemeindenahe ambulante Versorgung in der Psychiatrie zu stärken und damit den teureren stationären Bereich zu entlasten. Damit sollen die betroffenen Personen länger in den Alltagsstrukturen verbleiben und bei einem Spitalaufenthalt rasch zurückgeführt werden. ZUPE umfasst das Abklärungs- und Aufnahmezentrum mit Krisenintervention, das Intensive Case Management und die Poststationäre Übergangsbehandlung.

Das Abklärungs- und Aufnahmezentrum ist ein vorstationäres ambulantes Angebot am Standort der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen. Es ist ein zentrales, niederschwelliges Angebot, das an 365 Tagen im Jahr von morgens bis abends geöffnet ist. Das Zentrum ist rasch erreichbar. Es geht dort um einen Erstkontakt, die Abklärung der Diagnose sowie um die Erstversorgung. Das Zentrum hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend zu einer Anlaufstelle für dringliche Fälle entwickelt.

Die Schwerpunkte des ebenfalls vorwiegend vorstationären Intensive Case Managements sind die Stabilisierung der psychisch Erkrankten im gewohnten Umfeld. Sie erhalten Unterstützung in der Behandlung und Rehabilitation sowie in der Gestaltung ihres Alltags. Das Case Management wird Personen angeboten, die mehrmals stationär behandelt wurden. Ziel ist es, die Häufigkeit und Dauer von stationären Aufenthalten zu reduzieren.

Die Poststationäre Übergangsbehandlung ist ein nachstationäres ambulantes Angebot des Psychiatriezentrums Kreuzlingen. Angeboten wird die gezielte Organisation der Entlassung eines Patienten oder einer Patientin gemeinsam mit den Angehörigen gegen Ende eines stationären Aufenthalts. Das Angebot ist auf längstens drei Monate befristet.

Mit der Zukunftsgerichteten Psychiatrie-Entwicklung konnten die Zahl der Pflegetage der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen zwischen 2010 und 2017 um 7,8 Prozent und die Verweildauer um 26,5 Prozent gesenkt werden. Dies trotz einer Bevölkerungszunahme im selben Zeitraum von etwas mehr als 10 Prozent. Aufgrund der erzielten Wirkungen sowie der ausgewiesenen Kosten und Leistungen werden die Angebote mit jährlichen Pauschalbeiträgen des Kantons finanziert. Damit kann die Leistungserbringung aufrechterhalten werden. Die Gewährung dieser Beiträge gilt unter Vorbehalt der Budgetgenehmigung des Grossen Rates im jeweiligen Budgetjahr.

I.D.