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Yusuf Yesilöz.
1/1 Bild: z.V.g. Yusuf Yesilöz.
10.09.2018 08:45

Yusuf Yeşilöz: Die Wunschplatane

Türkinnen und Kurden wanderten im 20. Jahrhundert zu Tausenden in Richtung Norden. Sie brachten ihre Träume mit, versuchten ihre Lebensweise zu bewahren oder sich der unsrigen anzupassen. Sie bereicherten unsere Küche und – speziell im Fall von Yusuf Yeşilöz – unseren Geschichtenschatz. Er liest am 14. September, 20 Uhr im Bodman-Literaturhaus.

Gottlieben Auf seine unaufgeregte Weise erzählt er uns in diesem Roman das aufregende Drama eines Generationenkonfliktes.

«Der Ich-Erzähler ist Schriftsteller und reist in ein Schweizer Städtchen, um eine Schulklasse eine Woche lang in kreativem Schreiben zu unterrichten. Im einzigen Kebabladen des Orts trifft er Safir, den Wirt. Die zwei pflegen ihre Sehnsucht nach dem Dorf, erzählen sich Geschichten, und allmählich erfährt der Erzähler Safirs Geschichte. Safir und seine Frau Narin hatten einst die Homosexualität ihres Sohnes Beyto nicht akzeptieren wollen und ihn im Heimatdorf überraschend mit einer Cousine verheiratet. Aber Beyto hat sich aus dem für ihn vorgesehenen Leben abgesetzt und lebt heute in London.»

Yusuf Yeşilöz, geboren 1964 in einem kurdischen Dorf in Mittelanatolien, kam 1987 in die Schweiz. Heute lebt er mit seiner Familie als freier Autor, Übersetzer und Filmemacher in Winterthur. Mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Anerkennungspreis des Kantons Zürich.

Er schreibt Romane, Erzählungen aber auch autobiografische Werke wie z. B. Steppenrutenpflanze (2000) über seine «kurdische Kindheit» oder «Vor Metris steht ein hoher Ahorn» (1998), das Hafteindrücke des «politischen Gefangenen aus der Türkei» schildert. Romane des Autors sind zum Teil auch als Hörbuch zu haben.

red