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Christian Lippuner beschäftigt sich mit den Grenzen des menschlichen Auffassungsvermögen.
1/1 Bild: z.V.g. Christian Lippuner beschäftigt sich mit den Grenzen des menschlichen Auffassungsvermögen.
27.09.2018 14:56

Christian Lippuner – Fehlen und Hingabe

Die Einzelausstellung in der Galerie Andre Veith in der Hauptstrasse 56a ist noch bis zum 29. September zu sehen, bis Freitag von 14 bis 18 Uhr, am Samstag, Finnissage, von 10 bis 14 Uhr.

Kreuzlingen Seit der Jahrtausendwende ist Christian Lippuner, Jahrgang 1947, freischaffender bildender Künstler, seit 2007 Mitglied von visarte. Sein Atelier liegt in Ermatingen. Konsequent Interaktionen des «Dazwischen» zwischen Mensch und Raum aufspürend, stellt Lippuners Kunst kontroverse Themen zur Debatte. Seine Ausdrucksweise kultiviert Schemenhaftes wie Geschichtetes. Sie operiert mit der Magie verwobener Lineaturen bis hin zur Fragwürdigkeit verfilzter Strukturen. Viele der von vitaler Beobachtung gesellschaftlicher Diskrepanzen geprägten Einzelwerke befinden sich in den Sammlungen der Kantone St. Gallen und Thurgau, insbesondere auch im Kunstmuseum Thurgau.

Für den Künstler charakteristisch sind farbenfrohe grossformatige, stets aber komprimierte Gesten, die handkehrum über feine Ziselierungen vor oftmals dunklem Hintergrund verblüffen. Hier geht es übergeordnet um Verschlingung und Verknotung, um das Verfangen- oder Gefangensein in bedrohlich gewordenen Flechtwerken. Mit Kassandra-Augen zeigt Lippuner eine Gefahrenpalette auf, die das Aufkeimen politischer Irrwege aufgreift, auf wuchernde Urbanisierung und Digitalisierung reagiert und vor dem Verlorensein in virtueller und digitaler Hingabe warnt. Philosophisch wie allegorisch weiss seine Kunst aber immer ein Netz der guten Hoffnung zu spannen.

www.christianlippuner.com

red