Leserbrief
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08.10.2018 08:49

Zwängerei-Methoden bekämpfen

Mit grossem Erstaunen habe ich neue Informationen von Jost Rüegg und Ado Trautmann zur Kenntnis genommen, die uns Stimmbürger bei der Abstimmung über das neue Stadthaus vorenthalten wurden. Die Dreistigkeit, mit der dieses Projekt wider alle Argumente für eine Erweiterung am jetzigen Standort durchgezwängt wurde, finde ich unerträglich. Als Netzle die Wiederwahl zum Stadtpräsidenten suchte, hat er grossartig verkündet, den Boulevard reaktivieren zu wollen. Genau das Gegenteil! Er deaktiviert ihn zusätzlich durch die Verlegung des Stadthauses zum Dreispitz! Zudem unter grösstmöglicher Verschwendung von ohnehin prekär knappem Grünland, massiver Verletzung des Baureglementes, Ignorierung des Votums der EKD, zudem Verschandelung der Silhouette der St.Ulrich Basilika und trügerischer Projektbilder. Mit dem Argument «verdichtetes Bauen» wird mancher Einwohner Sonne, Licht und schöner Aussicht durch Hochbauten beraubt. Ich frage mich, ob das Abstimmungsergebnis mit gerade nur 5 Stimmen Ja Überschuss nach diesem arglistigen Täuschungsmanöver überhaupt rechtsgültig und damit rechtlich anfechtbar würde? Vom ethischen Standpunkt aus gesehen sicherlich. Wieviele hätten wohl in Kenntnis des wahren Sachverhaltes mit Nein statt Ja gestimmt und das jetzige 47.5 Mio Projekt  verworfen? Die Erweiterung Richtung Markt-/ Sonnenstrasse müsste dann erneut in Betracht gezogen werden. Sie würde vermutlich nicht nur um viele Millionen günstiger, sondern wäre für die  Einwohner bequemer erreichbar, in Kombination mit Einkäufen am Boulevard. Heute, wo alle PC's vernetzt sind, ist die Unterbringung aller unter einem Dach längst nicht mehr zwingend. Ein Komitee zur Abklärung fände ich wertvoll und ich wäre auch bereit, dafür etwas hinzublättern, um gegen solche Zwängerei-Methoden ein Exempel zu statuieren.

                                                                                                           Ernst Bucher, Kreuzlingen